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Brunftzeit in Ebersberg:Vorsicht, Liebesrausch!

Um besondere Vorsicht bittet der Ebersberger Jagdverband alle Autofahrer im Landkreis: Die Paarungszeit des Rehwilds erreiche nun ihren Höhepunkt, so dass eine deutlich erhöhte Gefahr von Wildunfällen bestehe.

In den nächsten Wochen geht es wild zu in unseren Fluren: "Das Rehwild hat Paarungszeit, die Brunft, und die läuft alles andere als still und heimlich ab", erklärt Konrad Metzger, Vorsitzender der Kreisgruppe Ebersberg im Landesjagdverband Bayern. Das weibliche Reh, die Geiß, sondere Duftstoffe ab und signalisiere so ihre Paarungsbereitschaft. Heiße, schwüle Witterung wirke dabei stimulierend. Zusätzlich locke die Rehgeiß den Bock durch ein Fiepen an. "Der geübte Jäger kann diesen Ton mit Hilfe eines Blattes nachpfeifen und so mit etwas Glück den Bock anlocken", erklärt Karem Gomaa, stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe. Deshalb werde die Rehbrunft in der Jägersprache als "Blattzeit" bezeichnet. Habe sich ein Paar gefunden, treibe der Bock die brunftige Geiß durch das Feld. Mit seinen Rivalen liefere Kämpfe und spektakuläre Verfolgungsjagden. In den Getreidefeldern und auf Wiesen zeugten sogenannte Hexenringe davon: Getreide und Gras würden beim wilden Liebesreigen niedergetreten.

Da Liebe bekanntlich blind macht - oder besser gesagt, weil die Tiere völlig hormongesteuert sind, jagen brunftige Rehe oft unvermittelt über die Straße. Da kann es schnell zu Wildunfällen kommen. Vorsitzender Metzger appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer: "Fahren Sie auch in Ihrem eigenen Interesse jetzt besonders vorsichtig." Speziell bei Fahrten entlang unübersichtlicher Straßenränder, durch Waldstücke, entlang von Hecken oder zwischen Mais- oder Getreidefeldern könnten unvermittelt Rehe auf der Straße auftauchen. "Seien Sie deshalb stets bremsbereit. Und denken Sie daran, dass ein Reh zur Paarungszeit selten allein kommt, sondern oft ein Bock nachfolgt."