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Bewährtes Projekt:Auf zur nächsten Runde

Erster Zornedinger Einkaufsbus

Gerhard Wolf - hier mit Gabi Wappler - will nach dem Einkaufsbus jetzt auch einen Bürgerbus.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Der Zornedinger Einkaufsbus wird zur festen Einrichtung

Der Einkaufsbus in Zorneding hat die "Probezeit" überstanden und darf weiter seine Runden drehen. Der Service, der Senioren donnerstags am Vormittag für drei Euro abholt und sie unter anderem im Gewerbegebiet absetzt und abholt, sei in der dreimonatigen Testphase nämlich gut angenommen wurden, berichtet Zweite Bürgermeisterin Bianka Poschenrieder (SPD) dem Gemeinderat.

Ihr Antrag als Seniorensprecherin zielte eigentlich darauf ab, die Gemeinde mehr in die Verantwortung zu nehmen. Bisher organisiert der Förderverein für Sport und Kultur die Runden, den Wagen stellt das Seniorendomizil Bartholomäus. Doch der Vorstoß, das Busprojekt von den beiden Institutionen zu entkoppeln, entpuppte sich in der Sitzung als obsolet. Bis diese Erkenntnis durchdrang, drehte der gewohnt kritische Gemeinderat noch seine ganz eigenen, diskussionsfreudigen Runden.

Den Auftakt dazu machte Christian Krumpholz (CSU). Er stellte infrage, ob die teils älteren, freiwilligen Fahrer den erforderlichen Führerschein überhaupt schaffen würden. Auch kam die Frage auf, ob die Gemeinde nun einen eigenen Bus kaufen müsse. Ein thematisches Minenfeld, schließlich wird die Gemeindekasse bereits mit geplanten Millioneninvestitionen in die Infrastruktur im Ort strapaziert. Antragstellerin Poschenrieder schlug vor, den gemeindeeigenen Elektro-Pkw oder den im kommenden Mai ausrangierten Mannschaftswagen der Feuerwehr zu nutzen. Was Ferdinand Glasl (CSU) prompt als "Buslinie durchs Hintertürchen" kritisierte. Als günstigere Alternative schlug er vor, einmal die Woche einen Taxibus zu organisieren. Gegen die Benutzung des gemeindeeigenen Autos wandte Bürgermeister Piet Mayr (CSU) zudem ein: "In der Altersgruppe will ich nicht drei Personen auf die Rückbank setzen." Zudem werde das Auto gerade donnerstags anderweitig genutzt. Woraufhin Initiator Gerhard Wolf Rederecht bekam und weitere Gedankenspiele überflüssig machte: Der Bus des Seniorendomizils stehe weiterhin zur Verfügung, die Fahrer seien über das Altersheim versichert. "Der Gemeinde entstehen da keine Kosten", so Wolf. Ein Geschenk, das der Gemeinderat dankbar annahm. Einstimmig beschloss das Gremium, sich zumindest mit bis zu 2000 Euro an den verbleibenden Führerscheinkosten zu beteiligen.

Gerhard Wolf denkt derweil schon weiter. Sein Ziel: ein behindertengerechter, mietbarer Bürgerbus für Zorneding, wie er am Rande der Sitzung erklärte. Vorbild ist die Gemeinde St. Wolfgang im Landkreis Erding. Ortsvereine und Gemeindebürger dürfen diesen für 20 beziehungsweise 30 Cent pro Kilometer ausleihen. In Zorneding will er das 30 000-Euro-Projekt mit seinem Förderverein aber möglichst selber stemmen. Profitieren solle aber die ganze Gemeinde, er denkt auch an Shuttle-Fahrten vom Bahnhof. Wolf will das Geld nun mittels Spenden sammeln. "Die Nutzungsmöglichkeiten wären schließlich da", so Wolf.