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Gemeinderat Aßling:Café darf am Sonntag öffnen

Das Landratsamt hat keine Bedenken gegen einen Café-Betrieb am Wochenende. Anders sehen das der Gemeinderat und die Anwohner.

Ob er sich diesmal denn mit den Nachbarn abgesprochen habe, wollte der Gemeinderat von Martin Gruber, Betreiber des Rewe-Supermarktes in Aßling, in der jüngsten Gemeinderatssitzung wissen. Gruber will ein geplantes Café als Anbau an den bestehenden Supermarkt auch sonn- und feiertags öffnen, der Gemeinderat wiederum sieht sich in der Pflicht, die Interessen der Anwohner zu schützen, die weiterhin auf einen ruhigen Tag in der Woche hoffen.

"Nein, es haben keine Gespräche stattgefunden", sagte Gruber knapp. Gemeinderat Rainer Bartl nannte Grubers Verhalten in der Folge "arrogant" und auch Max Singer (CSU) zeigte sich enttäuscht: "Das jetzt mit Gewalt durchzudrücken ist das Letzte." Denn so wie es momentan aussieht, wird Gruber öffnen dürfen. Die Untere Emissionsschutzbehörde im Landratsamt sieht die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten.

Die Nachbarschaft hat den Plänen nicht zugestimmt

Ursprünglich wollte Gruber das Café in Wintergartenbauweise von kommendem Sommer an täglich von 7 bis 22 Uhr öffnen dürfen. Bis zu 60 Gäste will er hier bewirten. Grundsätzlich kein Problem, weshalb der Gemeinderat die Pläne im Frühjahr zunächst befürwortet hatte, dann aber das Einvernehmen zurückzog, da - entgegen der Behauptung Grubers - keine Zustimmung aus der Nachbarschaft erfolgt war.

Der darauf folgende Antrag, der von Grundstücksbesitzer Max Heilmann gestellt wurde, sah dann nurmehr Öffnungszeiten von 7 bis 20 Uhr vor, doch der Gemeinderat lehnte ab. Den Nachbarn des Supermarktes sei ein ruhiger Tag gegönnt.

Nun hat das Landratsamt die Angelegenheit geprüft, ein Gutachten wurde vorgelegt. Demnach überschreiten die Emissionen die Grenzwerte weder in der Glonner Straße noch in der Siedlung am Bergerfeld. Das Landratsamt forderte den Gemeinderat deshalb auf, das Einvernehmen zu erteilen. Doch lediglich Hans Eben (CSU) sagte, er werde nun zustimmen, weil die Gesetze es zulassen.

Trotz Anweisung des Landratsamts stimmen Gemeinderäte nicht zu

Anton Spielberger (SPD) indes sagte, er wolle so ein Café nicht sonntags vor der Tür haben, in die gleiche Richtung argumentierte Ernst Sporer-Fischbacher (UNL). CSU-Gemeinderat und Jugendsprecher Sebastian Brilmayer lobte das Engagement Grubers," es ist ja gut, dass sich was rührt". Doch sonntags solle der Mensch die Chance haben, sich zu erholen.

Aßlings Geschäftsführer Wilfried Graupe rechnet nun damit, dass das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen ersetzt. Dann könnte die Gemeinde klagen, oder aber die Anwohner. Diese sind enttäuscht. Nicht nur, weil ein Geschäftsmann seine Interessen verfolge. "Er lebt doch hier im Ort, man begegnet sich. Ich kann das nicht verstehen", sagte eine Anliegerin nach der Sitzung.