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Aßling:Alle guten Dinge sind drei

Die Gemeinde beauftragt eine Testbohrung für einen dritten Trinkwasserbrunnen

Schon gewusst? Das Trinkwasser in Aßling, das mit den beiden Brunnen beim Ortsteil Ast gefördert wird, ist 50 Jahre alt. Dass dies der Qualität keinen Abbruch tut, beweist wohl die Tatsache, dass sich die Gemeinde dazu entschlossen hat, zu den zwei bestehenden einen dritten Brunnen hinzuzubauen. Hierfür soll nun eine Testbohrung durchgeführt werden.

Aktuell wird Aßling von zwei Quellen beim Kupfgraben Richtung Straußdorf und zwei im Jahr 2001 erbauten Brunnen nahe des Ortsteils Ast versorgt. Um Trinkwasser in ausreichenden Mengen angesichts der wachsenden Gemeinde und des Klimawandels auch in vielen Jahren noch zu gewährleisten, ist der Bau eines dritten Brunnens geplant. Wie auf einer Linie soll dieser westlich der beiden bisherigen Brunnen errichtet werden. Es sei keine Investition für die nächsten Tage, verkündete Bürgermeister Hans Fent (parteilos) bei der vergangenen Gemeinderatssitzung, sondern eine für die Zukunft, das müsse klar sein. Man könne mit Kosten in Höhe von bis zu 300 000 Euro rechnen.

Wasserexperte Karl-Heinz Donauer betonte im Gremium die Vorteile des geplanten Standpunkts. Hier könne man die vorhandene Infrastruktur nutzen, erklärt er, ebenso den Notstromaggregator, der schon mit den anderen Brunnen verbunden ist. Außerdem müsse kein Antrag für ein neues Schutzgebiet erstellt werden, lediglich eine Erweiterung sei denkbar. Bedenken hinsichtlich der Leistung der Wasserquellen seien unbegründet, so Donauer - da die Zustromrichtung aus Norden bei allen dieselbe sei, ziehe kein Brunnen einem anderen das Wasser.

Um die Ergiebigkeit des geplanten Baus genau zu überprüfen, soll nun eine Versuchsbohrung durchgeführt werden. Diese Trockenbohrung - eine Spülbohrung ist aufgrund der Verschmutzungsgefahr der anderen beiden Brunnen nicht möglich - durch Muräne und Fels bis 45 Meter unter der Geländeoberkante muss von einer Spezialfirma durchgeführt werden.

Ursprünglich schätzte die Planungsfirma die Kosten für diese Arbeit auf 42 000 Euro, dementsprechend ist im Haushalt der Gemeinde Aßling ein bestimmter Betrag für die Versuchsbohrung eingestellt worden. Tatsächlich liegt das günstigste Angebot aber nun bei etwa 64 000 Euro. Grund sei die hohe Auslastung der seltenen Spezialfirmen, so Fent, eine Preisstabilisation sei in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.

Letztendlich vergab der Gemeinderat den Auftrag der Versuchsbohrung einstimmig. Der Bürgermeister betonte erneut: "Das was wir jetzt machen, ist Vorsorge und Betriebssicherheit".

© SZ vom 04.06.2020 / nats

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