Leuchtende Ausnahme

Die Station Marienplatz war 1971 der einzige U-Bahnhof, der aus dem Baukasten-Schema des architektonischen Gründervaters des Münchner Netzes, Paolo Nestler, ausbrechen durfte. Hier setzte der Münchner Architekt Alexander von Branca ein architektonisches Zeichen: In U 3-Orange, statt wie zu dieser Zeit üblich in gedeckten Pastelltönen, leuchten daher die Bahnsteigwände, die gekachelten Aufgänge bilden dazu in Ultramarinblau und Blaugrün einen kräftigen Kontrast. Seit der Erweiterung der Station im Jahr 2006 winden sich nun vier Röhren unter dem Münchner Marienplatz hindurch und lenken zu Stoßzeiten stündlich mehr als 30 000 Passagiere durch den Bahnhof. Die voneinander getrennten südlichen und nördlichen Bahnsteigröhren von U 3 und U 6 entsprechen oberirdisch übrigens in etwa der Lage von Diener- und Weinstraße, den beiden Parallelstraßen an der West- und Ostseite des Rathauses.

Bild: Florian Peljak 3. Januar 2017, 07:222017-01-03 07:22:00 © SZ.de/infu