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Demonstration für den Papst:"Benedikt, wir stehen zu dir"

2000 Gläubige demonstrieren vor der Münchner Feldherrnhalle für den Papst. Sie halten es nicht für gerechtfertigt, "die katholische Kirche unter Generalverdacht zu stellen".

Susi Wimmer

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Solidaritätskundgebung für den Papst

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Rund 2000 Gläubige haben am Sonntag bei sengender Hitze auf dem Odeonsplatz ihre Solidarität mit Papst Benedikt XVI. bekundet. Sie beteten, sangen Lieder und ließen verlauten, dass sie sich "im Herzen und im Gebet" mit Benedikt verbunden fühlten. Zugleich erklärte Erzbischof Reinhard Marx in einem vorgelesenen Grußwort, dass der Missbrauch an Kindern und Jugendlichen durch Geistliche "großes Unrecht" sei, "das darf uns nicht unberührt lassen".

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Die Katholikin Sabine Beschmann hatte via Internet zu einer deutschlandweiten Solidaritätsveranstaltung für Papst Benedikt an dessen Namenstag am 11. Juli aufgerufen. Nach einem Gottesdienst im Alten Peter zogen die Teilnehmer in Richtung Odeonsplatz - mit eingerollten Spruchbändern, um nicht als öffentliche Kundgebung zu gelten. Die Polizei zählte rund 2000 Gläubige, der Veranstalter selbst sprach im Internet von 5500.

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Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius scharen sich hauptsächlich ältere Teilnehmer vor der kleinen Bühne an der Feldherrenhalle. Um sich vor der Sonne zu schützen, haben viele Regenschirme mitgebracht, unter den kleinen Partyzelten drängen sich die Menschen. Auf den Steinstufen der Feldherrenhalle sitzt eine Frau, von der Hitze gezeichnet, und hält ein großes, gerahmtes Bild von Papst Benedikt vor ihrer Brust.

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"Wir wollen zeigen, dass wir froh sind, dass unsere Kirche da ist, und dass sie so ist, wie sie ist", sagt Elisabeth Wunder. Die Mühldorferin ist mit ihrem kleinen Sohn angereist. "Schrecklich" sei es schon, was da in Ettal passiert sei, sagt sie, "aber wir bleiben unserer Kirche treu". Außerdem glaubt sie, dass sich die Kirche um Aufklärung bemühen werde. Ludwig Gauderer aus Regensburg ist ohnehin der Meinung, dass die Medien einiges falsch darstellen würden, etwa im Fall des zurückgetretenen Augsburger Bischofs Walter Mixa. "Wenn man im Internet recherchiert, kann man sich eine andere Meinung bilden", sagt er. Ähnliches lässt Moderator Michael Ragg verlauten. Der "gütige und weise" Vater werde durch "ahnungslose und böswillige Berichterstattung" verunglimpft, ruft er. Die Menge applaudiert.

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Dann stimmen die Gläubigen ein "Lobet den Herren an", die Initiative "Katholische Ärzte" ("gegen Verhütung, Abtreibung und künstliche Befruchtung") verteilt Flyer, ebenso der Klosterladen, der Weine und Seifen anbietet. "Be-ne-detto" skandieren die Teilnehmer, heben Transparente mit "viva il papa" oder "Benedikt, wir stehen zu dir".

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Der frühere Weihbischof Franz Dietl spricht im Namen von Erzbischof Marx. Das Geschehene, sagt er, müsse aufgearbeitet werden, gleichzeitig sei es nicht gerechtfertigt, "die katholische Kirche unter Generalverdacht zu stellen". Am heutigen Tag sei es wichtig, "ein öffentliches Zeugnis zu Jesus und der Kirche zu geben".

© SZ vom 12.07.2010/sonn
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