bedeckt München 26°

Turnier in Dachau:Fast wie die Profis

Der Gastronom Francesco Palmieri hat eine Turnierserie für Golf-Amateure organisiert. Die Sieger haben eine Reise nach Kalabrien gewonnen, wo sie sich mit italienischen Spielern messen

"Die Anlage ist so schön angelegt wie ein Park", schwärmt eine Teilnehmerin. Sattes grün, ein leichter Geruch von frisch gemähtem Gras und nur vereinzelt Menschen, die ihre Golftasche auf zwei Rädern über den Platz ziehen. Eigentlich ein ganz normaler Sonntag im Dachauer Golfclub. Doch auf den Greens findet eine ungewöhnliche Premiere statt.

Aus der Richtung des Clubhauses, das im Nordosten des Geländes an der Amper liegt, ist beim Näherkommen leichtes Geplauder zu hören. Auf der Terrasse sitzt Francesco Palmieri. Der Dachauer Gastronom, der in der Altstadt die Enoteca Palmieri leitet, sorgt hier nicht für die Verpflegung der Spieler. Er ist der Veranstalter der Turnierserie "Palmieri Golf Tour", die dieses Jahr zum ersten Mal stattfand. Insgesamt sechs Turniere hat er in den Golfclubs Dillingen, Reichertshausen und Dachau organisiert. Die Sieger der verschiedenen Gruppen und die besten in der Gesamtwertung gewinnen eine Reise in das italienische Kalabrien. Dort werden sie sich bei einem Vergleichsturnier mit einer italienischen Mannschaft messen.

Der Präsident des Dachauer Clubs, Christian Reichl, ist an diesem Finaltag ganz aus dem Häuschen. "Ich habe noch nie erlebt, dass jemand so etwas Großes ankündigt, es zum allerersten Mal macht und dann auch noch alle Erwartungen übertrifft, das ist sagenhaft." Der italienische Gastronom errötet ein wenig angesichts dieses überschwänglichen Lobes. Er weist auf all die Sponsoren hin, die die Turnierserie über vier Monate hinweg unterstützt haben. "Das war eine ganz große Hilfe und ohne sie wäre die Tour niemals so erfolgreich geworden", sagt Palmieri. Zu den Sponsoren gehören die Volksbank Dachau, der Golfausstatter B.I.G., die ausrichtenden Golflcubs und BMW. Vor dem Clubhaus ist ein marineblauer BMW Z4 Roadster geparkt, den jeder Spieler gewinnen kann, der es schafft, an Loch sechs einen Hole in One zu spielen, also den Ball mit einem Schlag im Loch zu versenken.

Da spritzt der Sand: Olaf Zenker schlägt den Ball aus dem Bunker.

(Foto: Toni Heigl)

Der Gastronom, der vor einigen Jahren mit dem Golfspielen begonnen hat, kam in seinem Heimatclub Dillingen auf die Idee, eine Turnierserie für Amateure zu organisieren. Die Spieler traten bei mehreren Turnieren gegeneinander an und konnten sich für das Finale in Dachau qualifizieren.

"Dass man als Amateur nie auf Touren spielen kann, das hat mich gestört", sagt Palmieri. "Ich möchte den Menschen ein unvergessliches Erlebnis bieten. Denn sie sollen nicht immer nur in ihrem Heimatclub spielen, sondern auch mit Golfern aus anderen Clubs ins Gespräch kommen. Vielleicht entstehen dabei ja sogar neue Freundschaften."

Für diese Turnierreihe hat sich Palmieri ein eigenes Punktesystem ausgedacht, nach dem die Spieler der einzelnen Gruppen bewertet werden. So herrscht trotz unterschiedlicher Handicaps ein Gleichgewicht. Wer in den vorherigen Turnieren gute Ergebnisse einfuhr, konnte an der Finalrunde teilnehmen. 120 Spieler waren bei der Turnierserie am Start. Etwa 60 Golfer qualifizierten sich für die Finalrunde am Sonntag in Dachau, bei der es um die Reise nach Italien ging. Siegerin bei den Damen wurde die erst 14-jährige Dachauerin Caroline Steingrübner. Bei den Herren gewann Andreas Laubert vom Golfclub Eschenried.

Gut beschirmt von Loch zu Loch: Das Finale der Palmieri Golf Tour fand auf der Anlage des Dachauer Golfclubs statt.

(Foto: Toni Heigl)

Francesco Palmieri macht sich jetzt schon Gedanken über die Planung der Turniere im nächsten Jahr. Amateur-Golfer aus ganz Deutschland sollen dann wieder die Möglichkeit haben, sich einmal wie ein Profi zu fühlen. Die Teilnehmer an der diesjährigen Turnierserie wollen auf jeden Fall zum nationalen Golfertreff 2020 wiederkommen.

  • Themen in diesem Artikel: