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TSV Dachau 1865:Der Weg ist frei

Der TSV Dachau 1865 soll sein Stammgelände im Wohngebiet verlassen: Nun beauftragen die Stadträte einstimmig die Verwaltung, mit dem Umzug zu beginnen.

Die Verantwortlichen des TSV 1865 können aufatmen: Der Bauausschuss des Stadtrats hat am Dienstag einstimmig dafür gestimmt, die Aussiedlung des Sportvereins aus dem beengten Stammgelände auf die Ostseite der Theodor-Heuss-Straße vorzubereiten. Das klare Votum war die Folge eines immissionsschutzrechtlichen Gutachtens für das jetzige TSV-Areal an der Jahnstraße, das zu dem Ergebnis kam, dass der Umzug sinnvoll ist, wenn sich der Verein weiter entwickeln soll. Auf den Zuschauerbänken im überwiegend mit TSV-Mitgliedern vollbesetzten Sitzungssaal folgte dem einstimmigen Beschluss hörbares Aufatmen.

In der Einschätzung der immissionsschutzrechtlichen Situation kam das Fachbüro Steger & Partner zu dem Ergebnis, dass der Bau und die Nutzung einer Dreifachturnhalle zwar möglich wäre, doch nur dann, wenn "starke Beschränkungen in Kauf genommen werden". Bei einem Ligaspiel mit mehreren Hundert Zuschauern hingegen sei die Einhaltung der geltenden Lärmschutzwerte nicht möglich. Als äußerst problematisch bezeichnete der Gutachter auch den abendlichen Sport- und Trainingsbetrieb: Die Anlage sei schon im Bestand "nur mit organisatorischen Einschränkungen zu betreiben". Daher kam auch die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage zu dem Ergebnis, dass ein weiterer Sportbetrieb am bisherigen Standort sehr kritisch zu beurteilen sei. Die Risiken, die das mit sich bringe, "wiegen umso mehr, wenn erhebliche Investitionen in die bestehende Sportanlage einfließen sollen", heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung abschließend.

Zu laut für die Nachbarn: Die Grenzwerte für den Lärmschutz sind bei einem Ligaspiel mit Hunderten Zuschauern nicht einzuhalten, sagt der Gutachter.

(Foto: Toni Heigl)

Angesichts der klaren Aussagen des Fachbüros, die den Stadträten in den Sitzungen nur schriftlich vorlagen, weil die Fraktionsvorsitzenden einen erneuten Vortrag nicht mehr für notwendig erachteten, schien die Zustimmung eigentlich Formsache zu sein. Doch obwohl CSU, SPD und ÜB sich ganz klar für die Aussiedlung stark machten und von der Verwaltung forderten, so bald wie möglich weitere Schritte vorzubereiten, gab es noch eine längere Diskussion über einen Satz des Beschlussvorschlags: Grüne und Bündnis erachteten zwar durchaus auch den Umzug auf die Freiflächen östlich der Theodor-Heuss-Straße für sinnvoller. Sie wollten aber, dass die Entwicklung des TSV-Stammgeländes nur "zunächst" nicht weiter verfolgt werde. "Wir sollten die Option nicht komplett aufgeben, sondern als Reserve in der Hinterhand behalten", sagte der Zweite Bürgermeister Kai Kühnel (Bündnis). Eine Einschränkung, die vor allem in der CSU-Fraktion auf Unverständnis stieß: Als "fatales Signal" an den TSV bezeichnete sie Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU). Und ihr Fraktionskollege Wolfgang Moll forderte in scharfem Ton alle Stadträte auf, jetzt Farbe zu bekennen: "Wir wollen alle, dass der Sportverein sich entwickeln kann."

Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) warnte, mit dem Wort "baldmöglichst" falsche Erwartungen zu wecken: "Da sind noch einige Dinge zu knacken." Und auch Sportreferent Günter Dietz (CSU) sagte klipp und klar: "Der Weg für den TSV ist noch ein sehr langer und sehr steiniger."