bedeckt München 20°

Talentiade 2019:Die Kunst des Kämpfens

Nur Arayan

Die 14-jährige Nur Arayan liebt Disziplin und gegenseitigen Respekt.

(Foto: Oh)

Nur Arayan trainiert für die Taekwondo-Weltmeisterschaft vor

Es gibt fünf Prinzipien, die der koreanischen Kampfsportart Taekwondo zu Grunde liegen. Nummer vier wird Guk-Gi genannt, zu deutsch, die Selbstdisziplin. Damit kennt sich die junge Taekwondo Kämpferin Nur Arayan bestens aus: Fast jeden Tag legt sie etwa 220 Kilometer zurück, um von ihrer Heimat Günzburg zum Training nach Dachau zu kommen. Die 14- Jährige trainiert nämlich beim TSV Dachau.

Nur ist das Nesthäkchen der Familie Arayan, schon als kleines Kind wurde sie zu den Taekwondo-Wettkämpfen ihrer älteren Geschwister mitgenommen. Im Alter von zehn Jahren begann sie selbst mit dem Kampfsport.

Nach Dachau wollte Nur Arayan wegen dem vielfältigen Angebot. Die Unterstützung für sie als Sportlerin sei hier besser als bei der privaten Schule in Günzburg, die ihre Geschwister besuchen. Auch von ihren Eltern wird sie sehr gefördert. Fünf Mal pro Woche fahren sie ihre Tochter nach Dachau. Außerdem ist Nur Arayan bei Wettkämpfe in ganz Deutschland und Europa dabei.

So viel Engagement zahlt sich aus. Obwohl sie erst seit vier Jahren trainiert, gehört sie zu den besten deutschen Nachwuchs Taekwondo Kämpferinnen. In ihrer kurzen Karriere war die Sportlerin bisher bereits zweimal Bayerische und einmal Deutsche Meisterin in ihrer Gewichtsklasse. Außerdem wurde sie 2017 und 2018 zweimal hintereinander Europameisterin. Ein großer Erfolg für die Schülerin.

Zeit für anderes als Schule, Hausaufgaben und Training bleibt da kaum. Meist lernt Nur Ayaran im Auto auf dem Weg nach Dachau für ihre Schulaufgaben an der Realschule. Wenn sie nicht gerade selber im Training ist, sieht sie sich Videos von anderen Sportlern an. Bei großen Veranstaltungen wie der Weltmeisterschaft im Taekwondo, steckt sie die ganze Familie mit ihrer Begeisterung an. "Da wird der Fernseher nicht mehr ausgeschaltet", erzählt Nurs Mutter, Yasar Ayaran, lachend.

Das Faszinierende an Taekwondo ist für die zweimalige Europameisterin die Disziplin, die komplexen Bewegungsabläufe beim Kampf und der Respekt, den man sich gegenseitig zollt. Ihr Traum ist es, einmal an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Dafür trainiert hart.

Sport soll ihr Leben bleiben - auch nach der Schule. Deshalb hoff Nur Arayan nach ihrem Abschluss, in die Sportfördergruppe der Bundeswehr aufgenommen zu werden. Derzeit bereitet sie sich für die diesjährige Weltmeisterschaft vor. Ihr Trainer, Reinhard Langer, prophezeit ihr gute Zukunftsperspektiven. "Ihr Potenzial und ihr Ehrgeiz werden ihr zu einer großen Erfolgen verhelfen", da ist sich Langer sicher.

  • Themen in diesem Artikel: