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Schwabhausen:Oberroth bleibt im Funkloch

Bürger lehnen Standort für einen Mobilfunkmasten am Friedhof ab

Wer in Oberroth sein Handy benutzen will, hat Probleme: Die Mobilfunkverbindung lässt stark zu wünschen übrig. Seit Jahren wird deshalb nach einem Standort für einen Mobilfunkmasten im Ort oder seiner Umgebung gesucht - bislang vergeblich. Eine Weile sah es so aus, als sei man fündig geworden, und zwar in unmittelbarer Nähe des Oberrother Friedhofs. Aus Sicht der Deutschen Telekom, die die Standortsuche betrieben hat, war - und ist - dies der einzige Standort in und um Oberroth, der in Frage kommt. In der Bevölkerung formierte sich indessen vehementer Widerstand gegen diese Pläne: Ein großer Teil der Ortsansässigen gründete sogar eine eigene Wählergruppierung, die Oberrother Liste, die in der Kommunalwahl im März vergangenen Jahres überraschend gut abgeschnitten hat.

Im Juli beauftragte der Gemeinderat den Schwabhauser Bürgermeister Wolfgang Hörl (BBA), Verhandlungen bezüglich eines alternativen Standorts an der Staatsstraße Richtung Großberghofen aufzunehmen. Jetzt musste Hörl dem Gemeinderat allerdings mitteilen, dass die Verhandlungen gescheitert sind. Die Telekom habe erklärt, der ins Auge gefasste Alternativstandort sei weder "effizient" noch "funktechnisch sinnvoll" und auch nicht "wirtschaftlich abbildbar". Die Standortsuche sei für die Telekom somit abgeschlossen, es bestehe keine Bereitschaft mehr zu weiteren Verhandlungen über Alternativen. Ergebnislos waren offenbar auch die Verhandlungen mit dem Besitzer des Grundstücks an der Staatsstraße: Er sei, sagt Hörl, nicht zu einem Grundstückstausch oder -verkauf bereit.

Auch andere Mobilfunkbetreiber sind nicht interessiert. Vodafone habe aktuell keine Planungsabsichten, die für den Ortsteil Oberroth "von Relevanz wären", teilte das Unternehmen mit. Sollte sich dies bei der Planung der Versorgungsziele bis 2024 ändern, so werde man gegebenenfalls auf die Gemeinde zukommen. Auch die Telefonica Germany erklärte, dass derzeit kein zusätzlicher Standort zu dem zwischen Schwabhausen und Arnbach stehenden Gittermast beabsichtigt sei. Dort ist man allerdings bereit, die Sektorausrichtung der Anlage etwas mehr in Richtung Oberroth zu verändern. Damit lasse sich eine "graduelle Verbesserung" erreichen.

"Kurzfristig ist somit kein Sendemast in Oberroth in Sicht", sagt Wolfgang Hörl. Zwar werde der Bedarf gesehen - der Standort am Friedhof werde aber von der Mehrheit der Bürger nach wie vor abgelehnt.

© SZ vom 02.01.2021 / RZ
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