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Schutz für Rehe:Für Schonzeiten im Wald

Das Reh ist heimlich geworden, es bleibt im sicheren Versteck, so Ernst-Ulrich Wittmann, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägerverein Dachau (JJVD). Der Grund hierfür sei, dass das Reh, die kleinste Hirschart in Bayern, für unerwünscht erklärt werde. Es werde zum Sündenbock für den Klimawandel, für Sturmschäden oder Bewirtschaftungsfehler. Eine kleine Gruppe selbsternannter Ökojäger bläst zum Kampf gegen das Reh. Sie sehen im Rehwild den größten Feind des Waldes und kämpfen laut zahlreicher Medienberichte "mit dem Gewehr gegen den Klimawandel". "Wo man nicht schießt, wächst der Wald nicht", lautet die Parole. Fragen nach einer tierschutzgerechten Jagd und nach Muttertierschutz werden als Sentimentalität abgetan. Nur draufhalten und totschießen ist die Devise, wenn man die Statements aus dem so genannten Ökologischen Jagdverein hört. Wittmann verurteilt diesen Feldzug gegen das Rehwild scharf. Denn Wald und Wild gehören für ihn untrennbar zusammen. Neben dem Erhalt von Eiche, Buche und Tanne sei es entscheidend, dass es auch den wild lebenden Tieren im Wald, wie Reh, Hirsch und Gams, gut gehe und der Waldumbau nicht einseitig auf dem Rücken der Wildtiere umgesetzt werde. Wildruhezonen, keine Jagdzeit in den Winter hinein, keine Verkürzung der Schonzeiten und Schaffung artgerechter Wildtierlebensräume stellen für ihn einen wichtigen Teil des erfolgreichen Umbaus zum Klimawald dar.

© SZ vom 12.02.2020 / SZ
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