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Schulneubau in Schönbrunn:Verspätet und ohne Spatenstich

Die Bauarbeiten zum Neubau der Johannes-Neuhäusler-Schule in Schönbrunn haben erst Mitte April begonnen. Trotzdem rechnet das Franziskuswerk damit, dass der Rohbau Ende des Jahres steht und der Betrieb Ostern 2022 aufgenommen werden kann

Mit mehrwöchiger Verspätung haben Mitte April die Bauarbeiten für den Neubau der Johannes-Neuhäuser-Schule in Schönbrunn begonnen. Auf der Baustelle am östlichen Ortsrand herrscht hektische Betriebsamkeit. Die Bagger, die den ausgetrockneten Boden aufreißen, verursachen eine Menge Staub. Auf der rund 11,5 Hektar großen Fläche, in unmittelbarer Nähe zur Kfz-Werkstatt und zum W5-Bürgerhaus mit Café & Bistro, haben soeben die Tiefbauarbeiten für den Neubau der Johannes-Neuhäusler-Schule begonnen. Quarantänemaßnahmen seitens der Baufirma hatten zu der zeitlichen Verschiebung geführt.

Die Geschäftsführung des Franziskuswerks verzichtete wegen der hohen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus auf den symbolischen Spatenstich. Dieser soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden soll, erklärt die Sprecherin des Franziskuswerks, Sigrun Wedler. Sie geht davon aus, dass sich die Verzögerung beim Baubeginn nicht auf die Gesamtbauzeit auswirken wird. So soll der Rohbau bis Ende des Jahres fertiggestellt werden. 2021 ist der Innenausbau vorgesehen. Die Eröffnung ist für Ostern 2022 geplant. Auf diese Weise könne der Umzug in den Osterferien stattfinden.

So soll es einmal aussehen, wenn die Johannes-Neuhäusler-Schule fertig ist: Spielende Kinder, die viel Platz haben, sich zu entfalten. Architektenanimation: H2M

Das bisherige Gebäude der Förderschule stammt aus den frühen 1970er Jahren und ist stark renovierungsbedürftig. "In dem Neubau wird eine bessere Zusammenfassung von Grundschul-, Mittelschul- und Berufsschulstufe möglich sein", versichert Wedler. Auch das klassenübergreifende Zusammenarbeiten und Lernen werde erleichtert. Im Vorfeld hatte die Schulleitung mit den Sozialpädagogen und Studienräten im Förderschuldienst ein Konzept entwickelt, dass den Bedürfnissen des individuellen Lernens und Arbeitens gerecht wird. "Wir orientieren uns an freien Unterrichtsformen und brauchen daher viel Platz", berichtet die Rektorin der Johannes-Neuhäusler-Schule, Annette Mayrhofer. Für jedes Kind gebe es einen eigenen Lernplan, dafür brauche es Ausweichräume, um differenziert einzeln oder in Kleingruppen arbeiten zu können. Im neuen Schulgebäude werde es zudem Rückzugsmöglichkeiten zum Beispiel für Kinder mit besonderen Bedürfnissen geben, so die Rektorin.

Das Architekturbüro H2M Architekten und Ingenieure aus München hat drei zweigeschossige und einen eingeschossigen Baukörper kreiert, die jeweils an den Giebelseiten miteinander verbunden sind. Die Flure enden in offenen Freiarbeitsbereichen. Zwischen zwei Klassenräumen wird je ein gemeinsam nutzbarer Gruppenraum sein. In einem weiteren Gebäudeteil sollen Aula, Lehrküchen, eine Schülerbibliothek sowie Computer- und Verwaltungsräume untergebracht werden. Mit beweglichen Wänden im Erdgeschoss wird hier für Flexibilität in der Raumnutzung gesorgt: Zwei Mehrzweckräume lassen sich zu einem großen Saal verbinden mit Anschluss zur Aula und einem abgesenkten Zuschauerraum. Im vierten Gebäudeteil befinden sich die Turnhalle und ein Therapiebad jeweils mit Nebenräumen.

Auch innen soll den Kinder einiges an Freiraum geboten werden. Architektenanimation: H2M

An den Stirnseiten enden die Flure in offenen Freiarbeitsbereichen. Zwischen zwei Klassenräumen ist je ein gemeinsam nutzbarer Gruppenraum angeordnet. Mehrzweckräume werden sich zu einem großen Saal verbinden lassen mit Anschluss zur Aula und einem abgesenkten Zuschauerraum. Durch die Gebäudeanordnung ergeben sich vier Höfe, drei davon können mit Pflanzbeeten ausgestattet und als Pausenhöfe genutzt werden. Der vierte Hof führt zum Haupteingang der Schule.

Auf lange Sicht ist angedacht, mit dem Neubau einen weiteren Schritt hin zu schulischer Inklusion verfolgen zu können: Das bedeutet Regelklassen sollen in den Räumen der Johannes-Neuhäuser-Schule unterrichtet werden. "Das ist aber wirklich noch Zukunftsmusik", betont die Sprecherin des Franziskuswerks.

Aktuell arbeite man aber schon an einem ganz konkreten Musikprojekt namens "Zusammenleben - zusammen leben", in dem ein Lied mit demselben Titel von den Schülern, die ein Instrument spielen können, einzeln auf Video aufgenommen wird. Der Rest darf singen, und am Ende entsteht ein wunderbares Gesamtkunstwerk, erklärt Sigrun Wedler sichtlich erfreut.

© SZ vom 24.04.2020

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