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Sanierung abgeschlossen:Größer, moderner und voll digital

Die Mittelschule Dachau-Süd feiert die Rückkehr in ihr rundumerneuertes Gebäude

Mit leuchtend-blauen Luftballongirlanden an der Fassade strahlte die Mittelschule-Süd am Freitag schon von Weitem fröhliche Feststimmung aus. Und es gab tatsächlich allen Grund zu feiern, schließlich sind Lehrerteam und Schüler zu Beginn des Schuljahres zurückgekehrt in das Gebäude, das seit 2017 vollständig saniert, erweitert und um eine Etage aufgestockt worden ist. Ein "Mammutprojekt" nannte Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) das Vorhaben bei der Einweihungsfeier mit Stadträten, Planern, Vertretern von Schulamt, Elternbeirat und Stadtverwaltung, die von den beiden Schülersprechern Uyen Mai und Florian Mehmeti souverän moderiert wurde.

Mittelschule Süd

Von den technischen Neuerungen überzeugen sich im Werkraum auch Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann sowie die Schülerinnen Emily und Leen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Tatsächlich beeindruckt das Projekt nicht nur mit einer Investitionssumme von 14,7 Millionen Euro, sondern auch mit einem rekordverdächtigen Realisierungstempo. So wurde möglich, dass ziemlich genau zwei Jahre nach Baubeginn der Unterricht in den völlig runderneuerten Räumen im September vorigen Jahres pünktlich wieder starten konnte. Die Schule präsentiert sich jetzt als "zukunftsfähiges Gebäude, in dem man sich wunderbar wohlfühlen und in toller Atmosphäre lernen oder unterrichten kann", so der OB. Davon konnten sich die Gäste der Einweihungsfeier und am Nachmittag auch Besucher beim Tag der offenen Tür überzeugen.

Mittelschule Süd

Die Schule feiert die Wiedereröffnung nach einer Rundumerneuerung.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

"Wir sind wieder hier" - mit diesem Leitmotiv überschrieb Rektorin Ilona Brezing ihre Rede, die sie illustrierte mit Fotos projiziert auf ein großes Whiteboard. So konnten die Festgäste gleich erleben, was die neue Mittelschule-Süd auszeichnet: Eine technische und digitale Ausstattung auf dem allerneuesten Stand. Jeder Klassenraum verfügt über digitale Tafel und Dokumentenkamera. Allein 350 000 Euro, gefördert über den Digitalpakt mit Mitteln von Bund und Freistaat, seien in die interaktiven Flachbildschirme, sogenannte Activpanels geflossen, erklärte Oberbürgermeister Florian Hartmann. High-Tech findet sich auch in den Schulküchen, wo Wärmeschubladen genutzt werden und neben konventionellen Backöfen Dampfgarer installiert sind. Und obwohl nur eine Schulküche staatliche gefördert wird, hat die Mittelschule-Süd zwei dieser Fachräume erhalten. Die zweite Küche war ein dringender Wunsch der Schule, denn überdurchschnittlich viele Mädchen und Buben entscheiden sich dort für den Zweig Soziales, der auch Ernährungslehre umfasst. "Die eine Küche mehr ist ein Geschenk der Stadt", sagte der Oberbürgermeister. Technisch auf dem neuesten Stand sind auch die Werk- und Fachräume, wo zeitgemäße Maschinen und Arbeitsgeräte von der Lötstation bis zur Tischbohrmaschine den Unterricht erleichtern.

Mittelschule Süd

Die Mittelschule Dachau-Süd präsentiert sich mit ihrer technischen und digitalen Ausstattung auf dem allerneuesten Stand.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Doch die moderne Ausstattung der Schule ist nur ein Aspekt. Die Entscheidung für die umfassende Rundum-Sanierung plus Erweiterung der Schule hat der Stadtrat getroffen, weil das alte Gebäude aus allen Nähten platze, technisch veraltet war und zudem mit dem krebserregenden Stoff PCB belastet. Alles betroffene Baumaterial wurde entfernt und nach der Sanierung getestet mit dem Ergebnis: "Kein PCB mehr nachweisbar", so der Oberbürgermeister. Doch nicht nur belastete Bauteile wurden entfernt, vielmehr wurde das alte Schulhaus bis auf den Rohbau zurückgebaut. Fenster, Zwischenwände, Bodenbeläge, Sanitäranlagen "und allein 60 Kilometer Kabel" haben die Handwerker ausgebaut, das Gebäude entkernt bis auf die Grundmauern. Dann wurde in diesem Bestand quasi fast ein Neubau errichtet, dazu mit einem über den Eingangsbereich auskragenden Obergeschoss und einem dritten Stockwerk 2300 Quadratmeter zusätzliche Fläche gewonnen. Genug Platz für die 360 Schüler, die in 25 Klassenzimmern, zehn Gruppen- und neun Fachräumen lernen, dazu eine Schülerbibliothek und Mehrzweckräume nutzen können. Raum ist jetzt auch für Hort, Mittagsbetreuung und den Ganztagszug, den die Schule mit Sportprofil anbietet. In den Pausen können sich die Mädchen und Buben auf dem Freigelände austoben, dort wurden Trampolins, Soccer-Tore und eine Boulderwand installiert.

Eine Schule, die nicht nur Lernort sondern Lebensraum sein kann, wie die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki betonte. Und optimale Bedingungen bietet für die Schule, die sich dem Sportprofil, dem Mittlere-Reife-Zug, dem digitalen Unterricht aber auch Werten wie Toleranz und Respekt verpflichtet hat, wie Rektorin Ilona Brezing betonte. Aus der Ludwig-Thoma-Schule, die als Ausweichquartier für zwei Jahre genutzt wurde, zurück in einer der modernsten Schulen im Landkreis, "können wir auch wieder neue Ideen in Angriff nehmen, wie Schülerband und Schülerfirma", sagte Elternbeiratsvorsitzende Marion Dünzl. Die Schüler, die für den Tag der offenen Tür kreative und anspruchsvolle Projekte vorbereitet haben, werden sicher das erfüllen, was sich die Rektorin erhofft: "Die neuen Räume erobern, positiv gestalten und mit Leben erfüllen."

© SZ vom 25.01.2020
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