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S-Bahn-Ausbau:Gemeinsam für mehr Nahverkehr

Kreispolitiker fordern Druck auf Bund, Freistaat und Deutsche Bahn

Kommunalpolitiker unterschiedlicher Parteien erhöhen bei Bund, Freistaat und Bahn den Druck, den Schienenverkehr im Landkreis Dachau auszubauen. Sie fordern, dass Pendelzüge über den möglichen S-Bahn-Nordring bis nach Dachau verkehren. Außerdem bekräftigen sie ihren Wunsch nach einen neuen S-Bahn-Korridor entlang der Autobahn A8. Im Januar wurden die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie bekannt, welche die Stadt München, der Freistaat und das Automobilunternehmen BMW in Auftrag gegeben hatten. Demnach könnten noch vor der Eröffnung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke im Jahr 2026 erstmals Personenzüge auf dem Bahn-Nordring fahren, und zwar über Karlsfeld zum BMW-Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ).

Doch geht es nach Dachauer Kommunalpolitikern ist das erst der Anfang. Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) pocht darauf, dass auch die Stadt Dachau an den Nordring angeschlossen wird. Diese Forderung habe er dem Verkehrsminister Hans Reichart (CSU) bereits schriftlich mitgeteilt, sagte Hartmann in der Sitzung des Kreisausschusses. Michael Reindl (Freie Wähler) sagte zum Nordring: "Wir brauchen das Verbindungsstück nach Dachau." Reindl forderte Landrat Stefan Löwl (CSU) auf, ein "Spitzengespräch" mit dem Bundesverkehrsminister, der Bahn und den betroffenen Landräten zu initiieren. Löwl wies daraufhin, dass er zusammen mit den anderen Landräten des MVV-Gebietes und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) Mitte März nach Berlin reise, um dort entsprechende Gespräche zu führen.

Viel weniger konkret als der Nordring ist ein weiterer S-Bahn-Zweig entlang der A8 bis nach Dasing. Das Ganze ist bislang nicht mehr als ein Wunschdenken. Die CSU-Kreistagsfraktion hatte vor zwei Jahren beantragt, der Landkreis solle prüfen, ob eine solche Trasse entlang der Autobahn möglich ist. Auch die Grünen hatten einen ähnlichen Antrag gestellt. "Wir brauchen ein Bewusstsein von der kleinen Gemeinde bis ganz nach oben", sagte CSU-Fraktionschef Wolfgang Offenbeck. Dem habe man mit dem Antrag Nachdruck verleihen wollen. "Es ist ein langsames und mühevolles Bohren von harten Brettern." Löwl machte darauf aufmerksam, dass alle Gemeinden entlang der Autobahn sich dafür ausgesprochen hätten, die Trasse für einen weiteren S-Bahn-Strang freihalten zu wollen.

Vor dem Hintergrund der Langwierigkeit derartiger Projekte erneuerte Hartmann seine Kritik an der Deutschen Bahn. Es sei immer wieder ernüchternd, "wenn die Bahn gebraucht wird", sagte Hartmann. "Wirtschaftlichkeit liegt weiter vorn als Kundenfreundlichkeit." Hartmann forderte Bundespolitiker auf, die Bahn-Vertreter diesbezüglich zum Umdenken zu bewegen.

© SZ vom 05.03.2019 / thra

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