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Röhrmoos:"Ein Schmuckstück"

Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Sigmertshausen hat den im Haushalt veranschlagten Betrag von maximal 560 000 Euro eingehalten.

(Foto: Toni Heigl)

Die Feuerwehr in Sigmertshausen weiht ihr neues Gerätehaus ein. Und Bürgermeister Dieter Kugler freut sich über die Kostendisziplin

Die Fortsetzung der brandheißen Röhrmooser Feuerwehrgeschichten hat sich der Gemeinderat im November und Dezember 2013 erspart. Für alle Neubürger oder solche, die erst in den späten neunziger Jahren zugezogen sind: Vor gut 25 Jahren leistete sich die gesamte Gemeinde Röhrmoos eine heftige Debatte darüber, wo und wie viele Feuerwehrhäuser notwendig sind. Die Idee des damaligen Gemeinderats, die Feuerwehren aus den Nachbarorten Großinzemoos und Röhrmoos in einem Gebäude zu vereinen, entzündete einen heftigen Streit. Beide Feuerwehren pochten auf ihre Selbstständigkeit. Im Dezember 2013 brauchte es nur eine kurze Debatte unter den Mandatsträgern, bis alle für ein Feuerwehrgerätehaus im Ortsteil Sigmertshausen stimmten.

Trotzdem darf die Frage gestellt werden, ob Sigmertshausen, das gerade mal drei Kilometer vom großen Feuerwehrhaus entfernt liegt, tatsächlich ein eigenes benötigt. Der Pressesprecher des Landratsamts in Dachau, Wolfgang Reichelt, erläutert nicht nur offiziell die Kreispolitik, er ist zudem für die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren des Landkreises zuständig. Er verweist zunächst auf die, wie er sagt, "gewachsenen Strukturen". Will sagen: Feuerwehren sind nicht nur wichtig, wenn es brennt oder irgendwelche andere Katastrophen zu bewältigen sind. Feuerwehren sind auch das gesellschaftliche Zentrum.

Juristisch betrachtet, müssen Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) und sein Gemeinderat gewährleisten, dass zehn Minuten nach Alarm der erste Einsatzwagen sich auf den Weg zum Brandherd begibt. Nimmt man die Anfahrtzeiten der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmänner hinzu, ist die gesetzlich vorgegebene Frist doch sehr knapp bemessen. Aus beiden Gründen neigen Kommunalpolitiker zu einer gewissen Großzügigkeit, wenn eine Feuerwehr Anträge vorlegt. Im Sigmertshausener Fall kommt hinzu, dass das alte Feuerwehrgerätehaus Bestandsschutz genießt, wie Bürgermeister Kugler der SZ sagte. "Es handelt sich um einen Ersatzneubau."

Am Sonntag, 17. Juli, wird er eingeweiht. Und der Bürgermeister wird eine Rede halten, in der er, so viel darf verraten werden, voll des Lobes für die Bürger sein wird. Denn: "Dieses Feuerwehrhaus ist ein Projekt von ganz Sigmertshausen. Alle haben geholfen." Die Feuerwehrler selbst, der Feuerwehrverein oder die Burschenschaft, um nur einige zu nennen. Und auch das Fest richten Bürger und Gemeinde aus.

Es ist hinlänglich bekannt, dass öffentliche Bauprojekte meist teurer werden als geplant. Im Sigmertshausener Fall ist es nicht so. Denn die Feuerwehr hat enorm viele Arbeitsstunden ehrenamtlich geleistet. Auf der Homepage befindet sich ein kleiner Kasten mit folgender maßgeblicher Statistik: "1325,30 Arbeitsstunden" dazu "150,50 Planungsstunden". Macht: "1475,35 Stunden gesamt." Deswegen ist Bürgermeister Kugler sehr erfreut. Der Haushaltsansatz von 560 000 Euro wird wohl eingehalten. Und Sigmertshausen bekommt, wie der Bürgermeister es formuliert, "ein Schmuckstück". Zunächst ist das Feuerwehrgerätehaus ein Zweckbau. Darüber hinaus ist auch auf die Aufenthaltsqualität geachtet worden, wie die Außenlagen mit Sitzgelegenheiten zeigen. Schließlich haben Schützenverein und Theatergruppe des Dorfs einen angemessenen Raum erhalten, um ihre Utensilien unterzubringen.

Einweihung des Sigmertshausener Feuerwehrhauses am Sonntag, 17. Juli. Um zehn Uhr beginnt die Festmesse in der Kirche Sankt Vitalis. Anschließend folgt der Festzug zum Feuerwehrgerätehaus zur feierlichen Eröffnung.

© SZ vom 13.07.2016
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