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Projekt:Aktiver Beistand

In Röhrmoos gründet sich eine Nachbarschaftshilfe

Vier Frauen haben in Röhrmoos die erste Nachbarschaftshilfe der Gemeinde gegründet. Der Initiativkreis um Andrea Müller, Iris Joseph, Paula Herzinger und Rosemarie Langenecker will erreichen, dass die Menschen sich gegenseitig besser unterstützen. Die Gründerinnen verstehen sich als Schaltzentrale, die Hilfebedürftige an ehrenamtlich Tätige vermittelt. Mit der Gründung im Rathaus ist das Projekt angelaufen.

Bei der Nachbarschaftshilfe geht es nicht darum, professionell ausgebildete Pfleger unentgeltlich zu gemeinnütziger Arbeit zu bewegen. Hier wird auf das ehrenamtliche Engagement von freiwilligen Helfern gesetzt, die auch keine spezielle Ausbildung oder Fachwissen für ihre Tätigkeiten benötigen. Sie sollen in akuten Notlagen Abhilfe schaffen. Man will sich in der Gemeinde gegenseitig beistehen. Nachbarn sollen sich etwa bei der Gartenarbeit helfen, mal eine ältere Frau zum Arzt fahren oder für einige Stunden die Kinder der berufstätigen Eltern betreuen, wenn der Babysitter ausfällt.

Röhrmoos ist aber nicht die erste Gemeinde, die sich an diese Initiative wagt. Petershausen oder Vierkirchen beispielsweise haben bereits seit Jahren eine aktive Nachbarschaftshilfe. Auch in Röhrmoos entstand die Idee nicht erst gestern. Schon seit Jahren wurde darüber diskutiert, doch nun nimmt das Projekt Gestalt an.

In der Gemeinde gab es schon seit 2014 einen Runden Tisch der Seniorenhilfe, der sich für die Interessen der älteren Bewohner einsetzte, damit diese in der Gemeindearbeit mehr berücksichtigt werden. Ein Initiativkreis, der aus Andrea Müller, Iris Joseph, Paula Herzinger und Rosemarie Langenecker besteht, die auch beim Runden Tisch aktiv waren, bildete sich Anfang diesen Jahres. Ihr politischer Vertreter im Gemeinderat ist der Ortsvorsitzende der CSU, Burkhard Haneke.

Die Arbeit begann damit, zu prüfen, welches Potenzial in der Gemeinde steckt, wer Hilfe benötigt und wer sich engagieren möchte. Um dies herauszufinden, schickten die vier Frauen im Sommer Fragebögen an die Haushalte in Röhrmoos und werteten die Antworten aus. Bei dieser ersten Befragung meldeten sich an die 30 Helfer, die danach zu einem ersten Treffen zusammenfanden, das dann zur Gründung der Nachbarschaftshilfe führte. Dieser Kreis der Ehrenamtlichen versteht sich als "informelles Netzwerk". Deshalb verzichteten sie darauf, einen eigenen Verein zu gründen; genau so wie die meisten Einrichtungen dieser Art im Landkreis. Ein weiteres Argument gegen einen Verein war, dass für dieses Projekt kein Geld und damit keine Mitgliedsbeiträge nötig sind. Es stützt sich auf ehrenamtliches Engagement und speziell auf unentgeltliche Dienstleistungen.

Jetzt muss die Nachbarschaftshilfe in Röhrmoos nur noch von den Menschen angenommen werden. Denn in dem Fragebogen haben sich zwar 30 Bürger angeboten, zu helfen - aber nur fünf haben angegeben, Hilfe zu benötigen. Deshalb sagt Initiatorin Andrea Müller: "Man sollte sich trauen, Hilfe anzunehmen und danach zu fragen.

© SZ vom 13.10.2015

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