Richtfest Schnell, schneller, Schulerweiterung

Beim Richtfest versammeln sich Schulleiter Erwin Lenz, Vertreter der am Bau beteiligten Firmen, Kreisräte, OB Florian Hartmann und Mitglieder der Schulfamilie vor dem Rohbau am Ignaz-Taschner-Gymnasium.

(Foto: Toni Heigl)

Der Neubau am Ignaz-Taschner-Gymnasiums steht. Die Handwerker haben dafür weniger als ein Jahr gebraucht. Das beeindruckt nicht nur den Direktor, sondern auch den Landrat, der im Herbst 2019 das Gebäude einweihen will

Von Petra Schafflik, Dachau

Noch braucht es etwas Fantasie, um in dem grauen Betonkubus hinter dem Bauzaun die innovative Schulerweiterung für das Ignaz-Taschner-Gymnasium (ITG) zu erkennen. Tatsächlich aber ist der Bau seit dem Spatenstich im Dezember 2017 schnell in die Höhe gewachsen, so dass am Donnerstagnachmittag Richtfest gefeiert werden konnte. Bei dem kleinen Festakt lobte Schulleiter Erwin Lenz vor Vertretern der am Bau beteiligten Firmen, Kreisräten, OB Florian Hartmann und Mitgliedern der Schulfamilie die Leistung der Handwerker. Noch nie habe eine Baufirma gesehen, die "so schnell und so gut gearbeitet hat", sagte er.

Vielleicht haben die speziellen Arbeitsbedingungen ihren Beitrag geleistet. Schließlich konnten vom direkt angrenzenden Altbau aus 1200 Schüler quasi als Aufsichtspersonen den Baufortschritt beobachten. "Auch eine besondere Situation", sagte Landrat Stefan Löwl (CSU), der bereits für den Herbst 2019 die Einweihungsfeier ankündigte.

Diese Zuversicht ist begründet, denn die Baustelle kommt gut voran. Und das, obwohl die Rahmenbedingungen herausfordernd sind. Der Neubau entsteht direkt neben der Moosschwaige und dem Mensa-Bau auf einem schmalen Grundstück an der Jahnstraße, das der Landkreis für das Projekt erworben hat. Das Schulgebäude und ein Wohngebiet grenzen direkt an, es muss auf engstem Raum gearbeitet werden. Auch der Baugrund habe sich als schwierig erwiesen, erklärte Landrat Löwl. Die Dimension des Projekts ist ebenfalls erstaunlich: Allein 8560 Kubikmeter Beton und 605 Tonnen Stahl haben die Arbeiter verbaut, 5500 Quadratmeter Verschalung für die Sichtbetonflächen verarbeitet. Auf 45000 Arbeitsstunden summiert sich die Leistung aller am Bau beteiligten Menschen, "die Lebensleistung eines Handwerkers", so Löwl.

Trotzdem liegt das Projekt im Zeitplan. Sehr zur Freude der Schulfamilie, denn das Gebäude, das nach Plänen des Aachener Architekturbüros Hausmann entsteht, schafft Lösungen für mehrere Probleme: Dringend benötigte Raumkapazitäten entstehen über einem Lichthof mit Foyer und Technikräumen auf zwei Etagen mit hellen, großzügigen Fachräume für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht. "Wir werden den modernsten Mint-Campus in der gesamten Region, wenn nicht sogar in ganz Bayern haben", sagte Löwl stolz. Im Untergeschoss des Neubaus bekommt die Schule auch eine Tiefgarage mit 41 Stellplätzen. Eine Erleichterung für die Lehrer, die bisher beim TSV-Gelände parken oder Gebühren in der Anwohner-Parkzone bezahlen. Direkt an den neuen Mint-Bau grenzt die neue, schuleigene Zweifach-Sporthalle. Bisher nutzen die Schüler die Turnhallen des TSV 1865 und von Schulen im Umkreis. Keine optimalen Voraussetzungen, da viel Trainingszeit für den Weg zu den Hallen verbraucht wird. Künftig können die Schüler in einer eigenen Halle sporteln. Die Kapazitäten reichen zwar nicht ganz aus, doch mehr als eine Zweifachhalle passte nicht auf das schmale Grundstück. "Und der TSV bleibt ja um die Ecke", sagte Löwl, der sich schon auf die Einweihungsfeier freut. Auf dem Dach der Sporthalle, wo als "Novum" und "charmanter Aspekt" ein erweiterter Pausenhof mit Freisportfläche entsteht, möchte Löwl einen Basketball im Korb versenken.

Doch der Landrat denkt schon weiter. Das wichtige Projekt ITG-Erweiterung, für das der Landkreis 20 Millionen Euro ausgibt, wird nicht die letzte Schulinvestition bleiben. "Wir habe Großes vor", sagte Löwl mit Blick die Planungen für ein viertes und fünftes Kreisgymnasium. Er freue sich "auf viele weitere Spatenstiche, Richtfeste und fröhliche Einweihungsfeiern".