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Neues Verkehrsmittel für Dachau:Nach Moosach mit der Seilbahn

Die Streckenführung ist nun klar, wer das Projekt bezahlt, noch nicht

Dachau - Karlsfeld - Moosach. Diese Strecke birgt das größte Fahrgastpotenzial als Korridor für eine Seilbahn. Rund 1300 Menschen pro Tag würden dieses Verkehrsmittel nutzen. Andere Trassen, etwa von Dachau nach Garching (700 Menschen pro Tag) oder Dachau nach Fürstenfeldbruck (500), würden weniger nachgefragt. Entsprechende Berechnungen hatten Verkehrsplaner den Mitgliedern des Umwelt- und Verkehrsausschusses bereits im Juni 2019 vorgestellt. Nun bekamen die Stadträte erneut die Bestätigung, dass die Verbindung vom Dachauer Bahnhof zur U-Bahnlinie 3 nach Moosach mit einem Halt in Karlsfeld am meisten Sinn machen würde.

Bereits im Juni hatten die Verkehrsplaner den Stadträten dargelegt, für eine Seilbahn in Richtung Feldmoching am wenigsten Bedarf zu sehen. Diese würde nur 200 Menschen am Tag befördern. Ein Grund: Die bestehende Buslinie nach Feldmoching wird bereits gut angenommen. Gleichwohl hatten die Experten damals die geplanten 15 000 Arbeitsplätze am Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) beim Autobauer BMW nicht berücksichtigt. Die Stadträte beauftragten deshalb, das Potenzial der Trasse nach Feldmoching auch hinsichtlich des FIZ zu prüfen. Nun liegt das Ergebnis vor: "Trotz der zusätzlichen Arbeitsplätze im FIZ wird es für eine Seilbahnverbindung Dachau - Feldmoching keine nennenswerte Steigerung der potenziellen Fahrgäste geben", teilte die Stadtverwaltung in der Ausschusssitzung mit.

Damit bleibt eigentlich nur noch die Streckenführung von Dachau nach Moosach über Karlsfeld im Rennen. Einfach zu realisieren wird das Projekt freilich nicht. Vorgaben für Bau und Genehmigung fehlen. Zudem ist unklar, wer die Seilbahn betreiben und deren Aufstellen bezahlen soll. Gleichwohl spielt eine Seilbahn in den Überlegungen der Kommunalpolitiker, wie man den drohenden Verkehrskollaps abwenden soll, auch eine Rolle. Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) forderte zuletzt beim Wahlkampfauftakt seiner Partei erneut, sich dem Projekt Seilbahn aufgeschlossen zu zeigen.

© SZ vom 20.01.2020 / thra
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