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Neue Pipes und Rampen:Karlsfeld erfüllt ein Versprechen

Die beiden elfjährigen Noah und Robin (rechts) bei ihrem Besuch im Karlsfelder Rathaus im Januar dieses Jahres. Sie stellen Bürgermeister Stefan Kolbe und dem Finanzausschuss des Gemeinderats ihre Idee von einem Skaterpark in Karlsfeld vor.

(Foto: Christiane Bracht)

Im Januar haben zwei Elfjährige 240 Unterschriften für den Neubau des Skaterparks vorgelegt. Auch wenn das Projekt nun teurer als angenommen wird, die Kommunalpolitiker lassen die Anlage errichten

Der seit 1999 bestehende Skatepark am Karlsfelder See unmittelbar neben dem Jugendhaus der Gemeinde war bei schönem Wetter ein äußerst beliebter Treffpunkt von Jugendlichen. Doch nach gut 15 Jahren erwiesen sich die Half- und Quarterpipes, Rampen und Rails als so marode, dass die Sicherheit der Nutzer nicht mehr gewährleistet war. Bis auf eine Rampe wurde der Skatepark deshalb abgerissen. Das Gelände wäre vermutlich bis zum Sankt-Nimmerleinstag brachgelegen, hätten nicht die beiden damals elf Jahre alten Buben Noah und Robin 240 Unterschriften für einen neuen Skatepark gesammelt und Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) auf den Tisch gelegt.

Im Januar dieses Jahres überzeugten die beiden engagierten Elfjährigen die Gemeinderäte mit ihrem Vortrag in einer Sitzung von Nutzen und Notwendigkeit einer solchen Anlage für Karlsfelds Nachwuchs. "Ein Skatepark am See wäre eine enorme Bereicherung für uns Kinder und Jugendliche", erklärten sie. Zusammen mit dem Vater von Freunden hatten sie sogar schon Kontakt zu einem Anbieter von Rampen aufgenommen und 116 000 Euro Baukosten errechnet. Der gut dokumentierte Vortrag der beiden zwei Jungen kam fraktionsübergreifend bestens an.

Die Kommunalpolitiker zollten den beiden mutigen Burschen Respekt und beschlossen den Neubau eines Skateparks. Die Karlsfelder Gemeinderäte rückten auch nicht mehr von dem Vorhaben ab, als sich im Frühjahr herausstellte, dass das Ganze doch ein gutes Stück teurer werden würde als angenommen. Gut 200 000 Euro werde die Gemeinde berappen müssen, rechnete im April Fritz Maier vom Tiefbauamt den Gemeinderäten vor. Die Wartung für die kommenden zehn Jahre wird mit etwa 25 000 Euro zu Buche schlagen.

Nach der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Karlsfelder Gemeinderats ist klar, dass noch weitere Kosten dazukommen, allerdings nicht für die Errichtung der Anlage, sondern für eine zünftige Eröffnungsfeier. Das Bündnis für Karlsfeld hatte nämlich den Antrag gestellt, wie schon einmal 2003 "aus Anlass des Neubaus der Skateranlage erneut eine ,Skating-Karlsfeld'-Veranstaltung zu organisieren, um den Neubau der Skateranlage zu feiern und die Anlage in der Bevölkerung entsprechend bekannt zu machen". Als Zeitpunkt schlägt das Bündnis das Frühjahr 2020 vor, "damit die Veranstaltung ohne Zeitdruck organisiert werden kann". Der Beschluss sollte nach Ansicht von Bündnis-Fraktionschef Adrian Heim allerdings bereits jetzt gefasst werden, damit man die notwendigen Finanzmittel "in den Haushalt 2020 einpreisen kann". Der Einfluss der zwei mutigen Jungen wirkte im Karlsfelder Rathaus nach: Der Antrag fand ein höchst positives Echo. Geschäftsleiter Francesco Cataldo erklärte, dass man das Anliegen gerne aufnehme. Die Verwaltung sei bereits mit dem Jugendhaus im Gespräch für eine gemeinsame Eröffnungsfeier.

"Wenn wir was für die Jugend tun, wollen wir es entsprechend bewerben bei einer Auftaktveranstaltung", betonte Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU). Im Mittelpunkt solle dabei ein Event und die Motivation für die Jugend stehen. Stefan Theil (CSU), selbst aktiv bei der Feuerwehr, regte an, auch die Vereine bei der Veranstaltung einzubinden - "Feuerwehrler und Wasserwachtler auf Skates". Auch die Sozialdemokraten waren begeistert. Venera Sansone (SPD) hielt eine solche Feier für eine sinnvolle Sache. Sie äußerte noch einen weiterführenden Wunsch, "die beiden Jungs, die das hier präsentiert haben, dann entsprechend zu würdigen".

Noah und Robin sind jetzt schon mehr als zufrieden: Sie wollten den Platz am Karlsfelder See wieder mit Leben füllen, einen sozialen Treffpunkt für Skater, Scooter und BMX-Fahrer gleich neben dem Jugendhaus schaffen. Und so wird es kommen.