Nachruf Trauer um Uta Simon

Uta Simon war eine leidenschaftliche und begabte Lokaljournalistin. Sie widmete sich aber auch überregionalen Themen. Sie starb im Alter von 75 Jahren an Krebs.

(Foto: Privat)

Die SZ Dachau trauert um die langjährige und zuverlässige Mitarbeiterin Uta Simon. Sie verstarb nach kurzer schwerer Krankheit am Donnerstag, 11. April, im Alter von 75 Jahren. Mit welcher Leidenschaft sie ihrem Beruf nachging, war selbst noch ersichtlich, als sie schon auf der Palliativstation der Barmherzigen Brüder in München lag. Dort recherchierte sie noch für einen Artikel über die engagierten Schwestern und Ärztinnen dieser Einrichtung.

Geboren wurde Uta Simon am 25. August 1943 in Kutno in Polen. In Bielefeld machte sie 1963 Abitur. Dann ging sie zum Studium unter anderem der Germanistik und Theaterwissenschaften nach München, wo sie später ihr Staatsexamen zur Realschullehrerin ablegte.

Von 1978 an arbeitete sie - zunächst noch parallel zu ihrer Lehrtätigkeit, dann ausschließlich - als freie Mitarbeiterin für die Süddeutsche Zeitung in Dachau. Zunächst betreute sie die Gemeinde Röhrmoos, später auch Petershausen und Schwabhausen. Mit großer Ausdauer nahm sie an Gemeinderat- und Vereinssitzungen teil und berichtete über aktuelle Entwicklungen in den Gemeinden.

Sie beschäftigte sich aber nicht nur mit der lokalen Politik, ihr Interesse galt auch dem Verfassen von politischen und sozialen Berichten auf überkommunaler Ebene. So initiierte sie bereits in den Achtzigerjahren eine Serie zu Umweltthemen wie Klimaveränderung, Nachhaltigkeit und Schutz der Ressourcen. Diese wurde teilweise auch im Hauptblatt veröffentlicht. Mit dem damaligen Schwabhausener Bürgermeister Josef Baumgartner begleitete sie während des Jugoslawienkrieges einen Hilfskonvoi nach Kroatien und berichtete darüber. Auch die Aufarbeitung der deutschen NS-Vergangenheit in der KZ-Gedenkstätte Dachau interessierte sie sehr. Mitte der Neunzigerjahre wechselte sie in die Lokalredaktion in Fürstenfeldbruck, wo sie bis zu ihrem Ruhestand Ende 2003 schrieb. Hier war die Gemeinde Maisach ihr Schwerpunkt.

Uta Simon betrachtete verantwortungsvollen Journalismus als Grundpfeiler der Gesellschaft und Demokratie. Dies begann für sie beim Lokaljournalismus. Kommunale Politik und Belange betreffen die Menschen am unmittelbarsten, war die Meinung von Uta Simon. Deswegen müsse man diese auch mit seriöser Berichterstattung ernst nehmen. Gründliche Recherche war für sie Ausgangspunkt ihrer Texte. Dennoch schrieb sie ihre Artikel oft auch mit einem Augenzwinkern.

Immer wieder betonte sie, wie erfüllend dieser Beruf für sie gewesen sei und wie viele interessante, beeindruckende und bewegende Begegnungen sie dadurch hatte, ob mit den Bürgermeistern und Gemeinderäten, mit Vereinsmitgliedern, Überlebenden des Konzentrationslagers Dachau oder mit Menschen, über die sie für das Hilfswerk der SZ, den Adventskalender, in der Vorweihnachtszeit berichtete.