Mitten in Dachau Ey Mann, da ist mein Auto

Eines morgens steht das Auto nicht mehr da, wo man es abgestellt hat. Stattdessen ist dort nun ein Loch in der Straße

Kolumne von Thomas Radlmaier

Am Anfang des Jahrtausends lief der Streifen "Ey Mann, wo is' mein Auto?" über die Kinoleinwände. In dem Film wachen die Kiffer-Kumpel Jesse und Chester eines morgens nach einer durchzechten Party-Nacht auf und können sich an nichts mehr erinnern, am allerwenigsten daran, wo sie das Auto geparkt haben. So wie im Film - und das will man an dieser Stelle ausdrücklich betonen - war es nicht, als sich der Autor dieser Zeilen am Freitagmorgen vor der Arbeit fragte, wo sein Auto abgeblieben ist. Denn dort, wo er es eine Woche vorher abgestellt hatte, war jetzt ein Loch, das Bauarbeiter in die Straße gerissen hatten.

Nun arbeiten die Gehirnzellen bei vielen Menschen ab einem gewissen Zeitpunkt im Leben nur noch halbtags. Und man hinterfragte sich auch in diesem Moment, ob man noch ganz sauber ist in der Birne. Zudem erschwerte der Schnee die Situation in dieser Herrgottsfrüh. Am Straßenrand parkte ein weißer Haufen hinter dem anderen. Alle sahen irgendwie gleich aus. Außerdem stand letztens in der Zeitung, dass eine Frau in Grünwald ihr Auto bei der Polizei als gestohlen meldete. Sie konnte es nicht mehr finden, nachdem sie aus dem Urlaub wiedergekommen war. Doch die Karre war gar nicht geklaut, sondern nur eingeschneit. Der Frau muss das sehr peinlich gewesen sein. Man erinnerte sich an diesem Morgen an die Geschichte und hörte den Beamten am anderen Ende der Leitung schon spotten: "So, so, s'Auto is weg. Do sans ned des einzige Diebstahlopfer, he he." Doch man fasste Mut und rief bei der Kfz-Verwahrstelle an. Jup, der ist versetzt worden, sagte der Mann am Telefon, von Höhe Hausnummer 44 auf Hausnummer 28.

Man lief 200 Meter weiter die Straße runter. Und da stand er schließlich, ein riesiger Haufen Schnee. Ey Mann, mein Auto.