Mitten in Dachau:Der Traum vom Bier

Kaum ist bekannt geworden, dass im kommenden Jahr am Schlossberg ein neuer Biergarten eröffnet, gehen schon die Diskussionen über die richtige Brauerei los. Wie gut, dass es keine größeren Probleme gibt

Von Jacqueline Lang

Gute Nachrichten, sie waren in den vergangenen Monaten rar gesät. Stattdessen hagelte es eine schlechte Nachricht nach der anderen. Die Absage aller Volksfeste, einschließlich des Dachauer Bierfestes, war da am Ende nur noch eine Randnotiz - hätte man zumindest meinen können. Doch wer so gedacht hatte, wurde am Mittwochnachmittag eines Besseren belehrt: Denn nachdem die Dachauer SZ auf ihrer Facebookseite einen Artikel postete, der die Eröffnung eines Biergartens am Schlossberg im Sommer 2022 verkündete, gab es für die Online-Community schier kein Halten mehr. Innerhalb kürzester Zeit hatte der Beitrag weit über 100 Likes und zahlreiche Kommentare. Die Dachauerinnen und Dachau, so viel stand spätestens in diesem Moment fest, sie vermissen das gemütliche Beisammensein, und wenn das schon im Bierzelt bis auf Weiteres nicht geht, dann doch bitte möglichst bald im neuen Altstadt-Biergarten.

Allerdings, auch das ist spätestens nach einem Facebook-Kommentar und der Zuschrift eines Lesers klar: Die Frage nach dem Bier, das in dem noch nicht einmal existierenden Biergarten einmal ausgeschenkt werden soll, treibt die Menschen schon jetzt um. "Ausschank vielleicht abwechselnd die Brauereien aus dem Landkreis, bei Kapazität auch die kleinen. Und ich hoffe, dass das dann auch genutzt wird", schreibt ein Mann und zeigt sich damit offen für das Bier mehrerer verschiedenen Brauereien. Hauptsache Bier eben, Hauptsache regional, lautet offenbar seine Devise. Gänzlich anders sieht das augenscheinlich ein anderer Dachauer: "Nicht zu erfahren ist die Biersorte. Doch nicht etwa das unsägliche Spaten, was in der Stadt wohl das Monopol innehat?"

Wer am Ende den Zuschlag bekommt, das ist noch nicht bekannt. Allein die Schlossbergbrauerei wird es nicht, denn Bier wird auf dem Gelände ja schon lange nicht mehr gebraut. Egal, wie die Entscheidung aber am Ende ausfallen mag, eine gute Nachricht geht mit der schon jetzt entbrannten Diskussion darüber doch einher: Wenn man sich übers Bier noch so viele Gedanken machen kann, dann kann's einem so schlecht gar nicht gehen. Vielleicht hilft es, sich daran beim nächsten Stammtisch zu erinnern. In diesem Sinne: Prost!

© SZ vom 17.07.2021
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