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Markt Indersdorf:Wohin mit dem Weihnachtsbaum?

Landfrauentag

Christbaumkönigin Andrea Meier aus Makrt Indersdorf.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Die Christbaumkönigin Andrea Meier gibt Tipps zur Baum-Entsorgung in der Pandemie

Einfach aus dem Fenster werfen, wie es manche Werbung suggeriert, sollte man seinen Christbaum freilich nicht. Stattdessen sind Wertstoffhof, Ofen oder Abholung die richtige Wahl bei der Entsorgung des Weihnachtsbaums, weiß Andrea Meier aus Markt Indersdorf. Doch gerade diese Sammlungen von Vereinen und gemeinnützigen Organisationen würden in Zeiten von Corona häufig abgesagt, erklärt die amtierende bayerische Christbaumkönigin. Und dann fehlten wertvolle Spenden.

Die einen beenden die Weihnachtszeit zu Heilig Drei König, andere lassen den Baum bis Mariä Lichtmess am 2. Februar stehen. "Gerade in diesem Jahr denke ich, dass die meisten den Baum ab dem 6. Januar abbauen, weil er bei vielen schon während der Adventszeit das Wohnzimmer geschmückt hat", sagt die 23-jährige Steuerfachangestellte, deren Eltern seit 20 Jahren eine Christbaumplantage besitzen. Alle eint die Frage, wohin mit dem vertrockneten Gewächs.

Wer einen Ofen hat, könne den Stamm als Brennholz verwenden, sagt sie. Auch lasse sich ein Christbaum abgeschmückt ganz umweltfreundlich auf dem Wertstoffhof kostenfrei entsorgen. Dort werde er kompostiert und kehre in den natürlichen Kreislauf zurück, erklärt Meier. Eine andere Möglichkeit sei es, örtliche Vereine oder Organisationen zu unterstützen. Hier werden die Bäume gegen eine kleine Spende abgeholt, zum Beispiel von Jugendgruppen von Feuerwehr, Kirchen oder Trachtenvereinen. Gerade in diesem Jahr freuten die sich über Unterstützung, da ihnen durch Veranstaltungsverbote viele Einnahmen fehlten.

Allerdings macht Corona häufig auch den Sammlern einen Strich durch die Rechnung. Die Freiwillige Feuerwehr im unterfränkischen Rimpar bei Würzburg hat ihre Sammlung wie viele andere Organisationen "schweren Herzens" abgesagt. "Wir hätten dieses Jahr gerne an so mancher Haustür geklingelt und unseren Spruch aufgesagt", schreibt auch der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Forchheim. Im letzten Jahr hätten sie so 10 000 Euro für Familien in Peru gesammelt. Doch dieses Jahr sei das nicht möglich. "Während der landesweiten Ausgangssperre möchten wir niemanden gefährden", erklären sie und bedauern, nicht beim Abtransport helfen zu können. Andere haben sich Konzepte überlegt, mit denen die Aktion trotzdem stattfinden kann. So plant die Evangelische Jugend Hersbruck beispielsweise eine mehrtägige Sammlung, bei der jeder seinen Christbaum allerdings frühzeitig zur Abholung anmelden muss. "Wer an den Aktionen interessiert ist, sollte einfach bei den Vereinen nachfragen, die diese Aktionen sonst immer organisiert haben", rät Christbaumkönigin Meier.

Wenn sie die vielen Bäumchen auf dem Müll landen sieht, ist das für Meier kein Grund zur Wehmut. "Aber schade finde ich es natürlich schon, mit dem Abschmücken endet ja auch die Weihnachtszeit", sagt sie. Aber auch das gehöre dazu. Und schließlich sei der Baum Lebensraum für Insekten und Kleintiere gewesen und habe CO₂ gebunden. Indem er auf dem Wertstoffhof lande, werde er kompostiert und könne als Dünger verwendet werden.

© SZ vom 08.01.2021 / EPD
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