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Markt Indersdorf:Bayernwerk lässt Trafohäuschen von Sprayern aufpeppen

Postkartenmalerei

Postkartenidylle: Graffiti-Sprayer haben das Trafohäuschen neben dem Volksfestplatz in Indersdorf mit der Silhouette des Ortskerns verschönert.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Trist war gestern. Jetzt heißt es "Strom ist bunt". Auf technischen Anlagen in Markt Indersdorf sieht man plötzlich idyllische Landschaften.

Von Sven Röder, Markt Indersdorf

Kühe vor der Silhouette der Klosterkirche? Ja, diese Idylle existiert in Markt Indersdorf immer noch. Die Tiere eines Milchviehbetriebs im Ortsteil Karpfhofen weiden im Sommer auf einer Wiese am Bahnweg, von dem aus Spaziergänger einen schönen Blick auf das Indersdorfer Wahrzeichen haben. Diese Idylle haben jetzt Graffiti-Sprayer auf das Trafohäuschen neben dem Volksfestplatz gebannt. Die aus Potsdam stammende Firma art-efx gestaltet derzeit im Auftrag der Bayernwerk AG Trafohäuschen im gesamten Netzbetrieb neu.

Die Bayernwerk AG ist der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern. Der Konzern versorgt rund fünf Millionen Menschen mit Energie. Um die meist tristen Trafohäuschen etwas aufzupeppen, hat die Bayernwerk AG die Kunstaktion "Strom ist bunt" ins Leben gerufen. Trafohäuschen, Ortsnetzstationen und Kabelverteilerschränke sollen im gesamten Netzgebiet "zum Blickfang" werden, erklärt Pressesprecher Maximilian Zängl. Dafür beauftragt das Unternehmen Sprayer der Firma art-efx aus Potsdam. "Unser Ziel ist es, in einer einheitlichen Bildsprache Trafos gestalten zu lassen", so Zängl. Daher greife man nicht auf regionale Künstler zurück. Grundsätzlich sei es aber denkbar, dass auch mal Schulklassen Trafohäuschen gestalten.

Als eines der ersten Trafohäuschen wurde das am Festplatz in Markt Indersdorf neu gestaltet. Zu sehen ist ein Postkartenpanorama des Ortes mit den Türmen der Klosterkirche und einer saftig grünen Weide. Die Motive werden jeweils in Absprache mit der Gemeinde ausgewählt. Die kann auch eigene Vorschläge machen. Der Motivvorschlag für Markt Indersdorf kam laut Bürgermeister Franz Obesser von den Künstlern. Ein paar Kühe sollen das Bild noch ergänzen. "Es sah vorher etwas leer aus. Außerdem hat es mit den Kühen einen Bezug zu den lokalen Viehbetrieben", sagt Obesser. Der Bürgermeister ist von dem Werk begeistert. "Ich finde es faszinierend, wie die Sprayer das so schnell und detailreich gemacht haben." Das Feedback der Bürger sei positiv. Im Lauf des Jahres sollen noch 25 weitere Trafohäuschen künstlerisch gestaltet werden, darunter ein weiteres in Weichs.

© SZ vom 31.08.2016/gsl
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