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Haushalt:Millionenplus im Kreishaushalt

Hilfskrankenhaus

Trotz Investition in die Corona-Klinik kam der Landkreis günstig durch die Krise.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Trotz Corona-Krise steht der Landkreis finanziell gut da - noch

Während viele Kommunen in diesem Jahr hohe Einnahmeverluste erleiden werden, bleibt der Haushalt des Landkreises Dachau von coronabedingten Einbrüchen vorerst verschont. Kämmerer Michael Mair erklärte am Freitag vor dem Kreisausschuss, dass es bislang "fast keine Einnahmerückgänge" in Folge der Corona-Krise gebe. Stattdessen gehe man sogar von einem Plus von 3,8 Millionen Euro aus - trotz unvorhergesehener Zusatzausgaben in Höhe von 1,5 Millionen Euro für die Bekämpfung der Pandemie. Gründe für den Überschuss sind zum Beispiel Mehreinnahmen bei der Jahresabrechnung des MVV oder ein höheres Aufkommen bei der Grunderwerbssteuer. Das gute Ergebnis bedeute jedoch nicht, dass die Pandemie für den Kreis folgenlos bliebe, betonte Mair. Spürbare Konsequenzen werde es wohl spätestens 2022 geben, wenn sich die Einbrüche bei den Kommunen auch im Kreishaushalt niederschlagen. Die aktuellen Steuerausfälle könnten den Kreis in Form einer niedrigeren Kreisumlage dann zeitversetzt treffen.

Im Vergleich zu anderen Landkreisen habe Dachau in der Corona-Krise eher wenig Geld in die Hand genommen, so Mair. Im April stellte Landrat Stefan Löwl (CSU) per Eilentscheid 1,5 Millionen zur Verfügung, das Geld wurde zum Beispiel für den Aufbau der Corona-Teststrecke in Markt Indersdorf und für die Hilfsklinik in Dachau verwendet. Ausgegeben wurden derzeit "knapp über eine Million Euro", so der Kreiskämmerer. Andernorts seien deutlich höhere Beträge in Masken und Ausstattung investiert worden. Landrat Löwl setzt darauf, dass der Freistaat einen großen Teil der Corona-Ausgaben übernimmt. Zwar werde wohl nicht jeder Euro ersetzt, aber zumindest "100 Prozent der förderungsfähigen Kosten" könnten vom Bundesland erstattet werden, hofft Löwl.

Dass der Landkreis finanziell gut dastehe, dürfe jedoch nicht über die großen Probleme in den Gemeinden hinwegtäuschen, forderte Franz Obesser (CSU), Bürgermeister von Markt Indersdorf. "Es wird schwer, genehmigungsfähige Haushalte hinzubekommen", sagte er mit Blick auf die kommunalen Steuerausfälle. Man dürfe sich von den guten Haushaltszahlen des Kreises "nicht blenden lassen".

© SZ vom 14.07.2020 / THBA

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