Kunstauktion im Dachauer Wasserturm:Drei, zwei, eins - meins!

Auktion Wasserturm

Bei der Auktion müssen die Teilnehmer Masken tragen und einen 3G-Nachweis erbringen, ansonsten ist alles wie vor Corona.

(Foto: Josef Lochner)

130 Kunstliebhaber ersteigern 150 Werke bei der traditionellen Auktion des Fördervereins Dachauer Wasserturm

Von Eva Waltl, Dachau

Bereits zum zwölften Mal fand eine Kunstauktion des Fördervereins Dachauer Wasserturm im Zuge der Langen Nacht an diesem Wochenende statt. Auktionator Josef Lochner zieht ein sehr positives Resümee und ist mit der Verkaufskraft der Besucher zufrieden.

150 Werke, die sich allesamt aus Spenden von Galerien, Sammlern, Künstlern oder auch von öffentlicher Seite zusammensetzten, konnte der Förderverein im Wasserturm ausstellen. Bereits am Freitag und Samstag fanden die Vorbesichtigungen statt und am Sonntag dann die große Auktion. Der Wasserturm lockte mit seiner Auktion insgesamt etwa 130 Kunstliebhaber. "Es war sehr erfolgreich", freut sich Lochner.

Zum Verkauf standen in diesem Jahr sowohl zeitgenössische Werke, wie beispielsweise eine große Auswahl an Bildern des Dachauer Künstlers Heiko Klohn, als auch Werke aus dem 19. Jahrhundert, wie das Ölbild mit dem Titel "The holy family" von einem unbekannten englischen Maler, das Josef Lochner als "richtigen Schinken" auch wegen des massiven Rahmens beschreibt. Das Zusammenspiel der vielen verschiedenen Kunstsparten und Epochen hätte die diesjährige Auktion "besonders spannend" gemacht, berichtet der Auktionator.

Dies spiegelt sich auch an den Verkaufszahlen wider: "Die Verkaufsquote lag bei 70 Prozent", erklärt Lochner. Am begehrtesten war ein Akt des talentierten Künstlers Hans Müller-Dachau (1877 - 1925), der bereits mit 17 Jahren an der Wiener Kunstakademie und später in München studieren konnte. Schon früh wurde er von Max Liebermann gefördert, einem bedeutenden Vertreter des deutschen Impressionismus. Das Werk erhielt den höchsten Zuschlag und wurde von einem Interessenten für 560 Euro erstanden. Auch andere Aktzeichnungen von Müller-Dachau waren bei den Kunstinteressenten sehr beliebt und wurden zu einem deutlich höheren Preis als ausgeschildert verkauft.

Insgesamt freut sich der Förderverein über einen Erlös von 8600 Euro. Lochner rechnet sogar damit, dass der Betrag im Rahmen des Nachverkaufs noch einmal auf mehr als 9000 Euro klettern könnte. Die Erlössumme geht vollständig an den Förderverein. "Ein warmer Regen alle zwei Jahre tut uns sehr gut", sagt der Auktionator.

Auch im Dachauer Wasserturm konnten während der vergangenen eineinhalb Jahre coronabedingt keine Ausstellungen stattfinden und der Verein somit keine Einnahmen verzeichnen. Nun wolle man mit dem Geld vor allem laufende Kosten decken und den Erlös für Instandhaltungsarbeiten und Investitionen nutzen, erklärt Josef Lochner.

Corona spielte während der Auktion nur eine nebensächliche Rolle, denn die Lockerungen wirkten sich positiv auf die Veranstaltung aus. "Noch vor zwei Wochen hätten maximal sechs Personen an der Auktion teilnehmen können. Das wäre totaler Schwachsinn gewesen", so Lochner. Aus diesem Grund erstellte er in mühsamer Kleinarbeit einen Katalog mit Abbildungen aller Werke, die zum Verkauf stehen. Dieser konnte auf der Homepage des Fördervereins im Vorhinein eingesehen werden, vor Ort durften letztendlich aber doch mehr als sechs Personen die Bilder bestaunen.

Zwar galten die üblichen 3G-Regeln, dennoch sei die allgemeine Entwicklung der Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen für den Förderverein ein großes Glück gewesen: "Die Auktion war eigentlich wie früher. Einzig, dass alle eine Maske tragen mussten und wir die Fenster offenhielten."

© SZ vom 21.09.2021
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