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Konzertführer:Von der Wolfsschlucht zur Sahara

Das Karlsfelder Sinfonieorchester spielt sich in 80 Minuten um die Welt

Das Karlsfelder Sinfonieorchester holt beim Internationalen Kulturfestival besonders weit aus: Böhmen, Ägypten, Mittelasien, Persien (heute: Iran), Griechenland, Argentinien und Nordamerika. Das Programm beginnt mit der Ouvertüre zur Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber. Diese Ouvertüre zeigt durch eine Fülle von Themengemeinsamkeiten mit der folgenden Oper einen nahen programmatischen Zusammenhang, so dass man von einer Ouvertüre im "Potpourri"-Stil sprechen kann. Vom "Freischütz", der in Böhmen spielt, geht es hurtig nach Ägypten. Doch dieser Sprung ist nicht so groß, wie er aussieht: Man springt genau genommen nur bis Wien; denn der "Ägyptische Marsch", den das Karlsfelder Sinfonieorchester auf die "Freischütz"-Ouvertüre folgen lässt, stammt von Johann Strauß (op. 335). Aber geschrieben hat Johann Strauß diesen Marsch im Frühjahr/Sommer 1869 in Pawlowsk bei Sankt Petersburg. Ursprünglich hieß er "Tscherkessen-Marsch", was sich auf die Tscherkessen bezieht, das letzte Kaukasus-Volk, das 1864 der russischen Herrschaft unterworfen wurde. So gesehen ist auch der Sprung zum nächsten Stück, "Eine Steppenskizze aus Mittelasien" von Alexander Borodin, nicht allzu groß. Weil wir schon in Asien sind, macht das Orchester "Auf einem persischen Markt" Station. Jetzt aber kann es nur im Flug weitergehen, nämlich nach Argentinien und nach Nordamerika zu Georges Gershwin, der sich aber als "An American in Paris" gibt. Zwischendurch begrüßt man den griechischen Tanzverein "Megas Alexandros", der, von griechischen Musikern begleitet, Tänze aus verschiedenen Regionen Griechenlands vorstellen wird. Zuletzt wird das Publikum auch noch Bekanntschaft mit dem "Phantom der Oper" machen. Das Konzert findet am Sonntag, 21. Juli, um 19 Uhr im Bürgerhaus Karlsfeld statt.