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Karlsfeld:Stadt München prüft Nordring

Güterbahnstrecke soll für Personenverkehr aktiviert werden

Der Planungsausschuss des Münchner Stadtrats hat sich am Mittwoch intensiv mit dem Verkehrskonzept München Nord beschäftigt, das auch Auswirkung auf Tausende von Pendler im Landkreis Dachau haben wird. So hat der Ausschuss die Anbindung der Schleißheimer Straße an den Autobahnring A 99 festgezurrt. Aus Richtung Stadt soll die Strecke ab der Rathenaustraße in einen Tunnel führen, um die Anwohner vor Lärm und Schadstoffen zu schützen. Wissen will der Stadtrat zudem, welche Bedürfnisse der Automobilkonzern BMW aus dem Ausbau seines Forschungszentrums (FIZ) ableitet. Bis 2050 soll die Forschungsfabrik um bis zu 80 Prozent vergrößert werden, langfristig könnten 15 000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Beauftragt wurde Stadtbaurätin Elisabeth Merk, eine "Aktivierung des DB-Nordrings" für den Schienenpersonenverkehr zu prüfen. BMW erwartet sich einen eigenen S-Bahn-Anschluss, im Gespräch ist aber auch eine Stadt-Umland-Bahn. Für die zahlreichen Dachauer Pendler, die im Münchner Norden arbeiten, könnten sich dadurch Fahrstrecken und Fahrzeiten erheblich verringern. Vor allem die Gemeinde Karlsfeld in Person von Verkehrsreferent und CSU-Fraktionschef Bernd Wanka setzt immense Hoffnung in den Nordring. "Das würde wahnsinnig viel bringen." Für wünschenswert und leicht umsetzbar hält Wanka auch eine Verlängerung der Strecke auf den bestehenden Gütergleisen bis Karlsfeld. Allerdings diskutiert der Stadtrat bislang "nur" eine Verbindung von Unterföhring bis nach Moosach.

Die Politiker im Münchner Rathaus nutzten ihren Gestaltungsspielraum und gaben der Stadtbaurätin eine Reihe von Zusätzen und Änderungen mit auf den Weg: So soll - anders als von den Planungsexperten vorgeschlagen - die U-Bahn-Spange zwischen den Linien U 2 und U 6 (U 26) nun doch weiterverfolgt und gemeinsam mit den Plänen zum Bau einer innerstädtischen U-Bahn-Entlastungsstrecke zwischen Implerstraße und Münchner Freiheit untersucht werden. Diese Ergänzung geht auf einen umfangreichen Ergänzungskatalog der beiden großen Rathaus-Fraktionen CSU und SPD zurück. Die Diskussion wird auch von Politikern im Landkreis mit großem Interesse verfolgt.