Karlsfeld Helfen und feiern

Tanznachmittage und Weiberfasching: Seit 40 Jahren bereichert die Arbeiterwohlfahrt Karlsfelds Gemeindeleben

Von Daniela Gorgs, Karlsfeld

Weiberfasching im Karlsfelder Bürgerhaus - die Party des örtlichen Arbeiterwohlfahrtsvereins mit der Gute-Laune-Band Blechblosn ist legendär. "Die Frauen schätzen die Atmosphäre, die Stimmung ist ausgelassen", sagt der Karlsfelder Awo-Vorsitzende Helmut Schuh. Er freut sich, denn der Faschingsball im Bürgerhaus mit 431 Besuchern ist jedes Jahr ausverkauft, es fließt Geld in die Vereinskasse. Mit dem Reinerlös fördert die Karlsfelder Awo soziale Projekte, etwa die Ferienfahrt der Behindertengruppe zu Pfingsten in den Bayerischen Wald, den jährlichen Zirkusbesuch. Oder den 14-tägigen Tanznachmittag für Junggebliebene und Senioren im Bürgertreff, zu dem immer rund 75 Karlsfelder kommen. "Wo kann man denn das sonst noch zu günstigen Kaffee- und Kuchenpreisen?", fragt der Vorsitzende.

Ein historisches Foto aus dem Jahr 2007: Der Seniorenclub der Arbeiterwohlfahrt feierte sein 40-jähriges Bestehen.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Mit ihren vielfältigen sozialen wie gesellschaftlichen Aktivitäten ist die Awo aus dem Karlsfelder Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Wenn der Sozialverein am Samstag, 13. Juni, 40-jähriges Bestehen feiert, können die Mitglieder stolz auf viele bemerkenswerte Aktionen zurückblicken. Die Arbeiterwohlfahrt unterhält Seniorenclub und Behindertengruppe. Etwa 20 Helfer und Mitarbeiter organisieren Ausflüge und Urlaube für behinderte Menschen und deren Angehörige, machen Hausbesuche, sammeln und spenden Geld. Vor kurzem ermöglichte der Verein einem achtjährigen, behinderten Kind eine Delfintherapie. Von kommendem Schuljahr an finanziert die Karlsfelder Awo das Mittagessen für drei Schüler der örtlichen Mittelschule. Die Arbeiterwohlfahrt versteht sich als sozialer Dienstleiter, entstanden in der Folge des Ersten Weltkriegs: Das deutsche Reich war wirtschaftlich und sozial ruiniert, Millionen Menschen hungerten. Der Gedanke lag nahe, eine sozialdemokratische Wohlfahrtsorganisation zu bilden.

Helmut Schuh und sein Team von der Arbeiterwohlfahrt Karlsfeld haben Gutes geleistet.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Gründungsvater der Ortsgruppe Karlsfeld war der damalige stellvertretende Bürgermeister Erich Strobl (SPD). Auf seine Initiative hin hatten sich am 14. Februar 1975 16 Männer und Frauen im Hotel Europa getroffen, um über einen Ortsverein zu sprechen. Gegründet wurde er noch am selben Tag. Die Awo gilt als überparteilich und überkonfessionell arbeitende Einrichtung, die sich um die Belange älterer, behinderter und in Not geratener Menschen kümmert.

Doch wie viele soziale Vereine hat auch die Karlsfelder Awo Sorgen, ausreichend Menschen für das ehrenamtliche soziale Engagement zu finden. Im ersten Jahr seines Bestehens zählte der Ortsverein 71 Mitglieder. Nach Glanzzeiten mit 245 Mitgliedern ist die Karlsfelder Awo mit derzeit 168 Mitglieder zwar noch recht groß, aber auch sehr alt. Das Durchschnittsalter liegt bei 75 Jahren, sagt Helmut Schuh, der mit 68 vergleichsweise jung ist. Als er im vergangenen Herbst nach vielen Jahren als Kassier den Vorsitz übernahm, ließ er eine neue Webseite gestalten. Jetzt plant der Vorsitzende eine Kooperation der Ortsgruppe mit dem Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt und holt sich derzeit Tipps von den Kollegen in Erding, die schon eine Jugendgruppe haben. Die Karlsfelder wünschen sich außerdem die Trägerschaft einer Kindertagesstätte. "Westlich der Bahn ist ein Riesenpotenzial", sagt Schuh. Doch jetzt wird erst einmal gefeiert. Am Samstag um 14 Uhr geht es im Bürgertreff mit Musik los. Die Original Effner Jazzband spielt. Bis 17 Uhr werden neben dem Vorsitzenden auch Gründungsmitglied und ehemaliger Bürgermeister Fritz Nustede sprechen sowie Landtagsabgeordneter Martin Güll, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki und der Kreisvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Oskar Kramer. Die Festrede hält Bürgermeister Stefan Kolbe.