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Gemeinderat Karlsfeld entscheidet:Hallenbad soll saniert werden

Hallenbad öffnet

Der Kampf der Bürger hat sich gelohnt: Das Hallenbad soll saniert werden.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

CSU will eine Crowdfunding-Aktion initiieren, die Grünen fordern eine Finanzstrategie

Von Christiane Bracht, Karlsfeld

Der Karlsfelder Gemeinderat hat sich nach gut eineinhalb stündiger Debatte am Donnerstagabend einstimmig für die Sanierung des Hallenbads ausgesprochen. Wie die 11 Millionen Euro teure Finanzierung bewältigt werden kann, ist noch nicht ganz klar, aber die vielen E-Mails und aufgeregten Diskussionen in den Social-Media-Kanälen in den vergangenen Tagen hat den Kommunalpolitikern gezeigt, "welchen Auftrag wir haben", so formulierte es Andreas Froschmeyer (CSU) kurz vor der Abstimmung. Die Karlsfelder CSU will, dass untersucht wird, ob eine Crowdfunding-Aktion hilft, um die Sanierung des Hallenbads finanzieren zu können. Die Idee dazu kam aus der Bevölkerung.

In den vergangenen Tagen hatte die Sorge um sich gegriffen, das Hallenbad könnte schließen. Auf allen Social Media-Kanälen wurde deshalb ausgiebig diskutiert, wie man eine Schließung des beliebten Bads abwenden könne. Eine Lösung war Spendensammeln. Die CSU hat diese nun im Rahmen eines Antrags an den Gemeinderat aufgegriffen. Dabei gibt es zwei Varianten, die infrage kommen: das spenden-basierte Crowdfunding, bei dem kein Geldgeber eine Gegenleistung erwarten kann, oder die klassische Option, bei dem die Spender ein nicht-finanzielles Dankeschön erwarten können. Als Alternative sollte die Verwaltung prüfen, ob ein Förderverein eventuell auch möglich wäre. Will man den Spendern entgegenkommen, so könne man ermäßigte oder freie Eintritte für einen begrenzten Zeitraum erwägen oder auch Wertkarten, so die CSU.

Auch die Grünen unterstützen die Sanierung des Hallenbads. Sie betonen, noch bevor die Grundsatzdebatte im Gemeinderat entbrannt ist, wie wichtig die Einrichtung für die Gemeinde sei, da sie ja am See liegt. Das Bad gebe den Kindern die Möglichkeit, schwimmen zu lernen, Senioren und Kranke könnten dort Reha machen, und nicht zuletzt sei es auch für Sportler und Rettungsschwimmer wichtig zum Trainieren.

Allerdings fordern die Grünen auch, dass für den Haushalt insgesamt ein tragfähiges Konzept zur Auflösung des Sanierungsstaus in Höhe von zirka 50 Millionen Euro gefunden wird. "Wir stellen unsere Zustimmung daher unter den Vorbehalt dieser langfristigen Strategie", heißt es in der Pressemitteilung. Diese soll aufzeigen, wie das große Defizit im Karlsfelder Haushalt ausgeglichen werden kann und wie der Sanierungsstau aufgelöst werden kann, damit nicht noch Folgekosten entstehen. Denn die Grünen wollen nicht, dass Zukunftsprojekte etwa zum Klimaschutz oder der Verkehrswende "und eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung", so Michael Fritsch, unter all dem leiden. Die Strategie soll deshalb noch in diesem Sommer erarbeitet werden, so die Forderung.

"Wie beim Hallenbad hätte bei anderen Einrichtungen in Karlsfeld eher etwas geschehen müssen, dann wäre das eigentliche Haushaltsdefizit zwar schon früher offensichtlich gewesen, aber es entstünden nicht dermaßen hohe Folgekosten", meint Fraktionssprecherin Heike Miebach. Hoffnungsvoll ist sie jedoch, weil die Gemeinde nun einen Gebäudemanager hat. Mit dessen Hilfe sollte dies in Zukunft anders werden, sagt sie. Leider beträfe das Problem nicht nur Gebäude, "sondern auch die Straßen und Brücken".

© SZ vom 23.04.2021
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