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Initiative im Umweltausschuss:Klimaneutrales Karlsfeld

Die Grünen fordern schnelles Handeln und Etat-Mittel für 2021

Die Gemeinde Karlsfeld will klimaneutral werden. Wann, das ist noch offen. Nur so viel: Der Freistaat Bayern strebt das bis 2030 an. Wenn es nach den Karlsfelder Grünen geht, die nun erstmals im Gemeinderat sitzen, dann soll das Ziel so schnell wie möglich erreicht werden. Um so engagierter zeigte sich der neue Klimabeauftragte, Michael Fritsch, im jüngsten Umweltausschuss. Der Antrag der SPD, ein Klimakonzept zu erstellen, spielte ihm in die Hände.

Der Grüne bereitete gleich voller Enthusiasmus eine große Powerpoint-Präsentation zum Thema vor, die am Ende aber wegen technischer Schwierigkeiten nicht gezeigt werden konnte. Fritsch kompensierte das mit einer "flammenden Rede", die manch einen altgedienten Gemeinderat überrascht haben dürfte. Auf Widerspruch stieß der Klimareferent jedoch nicht.

Ganz untätig sei man in den vergangenen Jahren nicht gewesen, darauf verwiesen die altgedienten Gemeinderäte. Schließlich gibt es in Karlsfeld ein Heizkraftwerk. Auf dem Hallenbad ist eine Fotovoltaikanlage fest eingeplant, und auch sonst sei man gegenüber erneuerbaren Energien offen. Man habe sich auch schon einmal für ein Förderprogramm beworben. Doch leider hatten andere Gemeinden die gleiche Idee, und Karlsfeld kam nicht zum Zuge. Derzeit ist kein Geld für ein solches Konzept im Haushalt vorgesehen. Bernd Wanka (CSU) plädierte dafür im nächsten Jahr Haushaltsmittel bereitzustellen, wenn man sich eine Meinung gebildet habe, welche Prozesse man anstoßen wolle. Fritsch hatte sofort den Verdacht, dass der Klimaschutz so vielleicht auf die lange Bank geschoben werden könnte. "Es kann nicht sein, dass man wegen der Corona-Krise kein Geld ausgibt und nichts macht. Wir müssen schauen, dass wir dieses Jahr was tun", appellierte er an seine Kollegen.

Der Klimabeauftragte Michael Fritsch soll sich nun in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung über Fördermöglichkeiten informieren. Außerdem soll er schon mal überlegen, welche Dinge sofort erledigt werden könnten. Im Juli erwartet der Umweltausschuss dann seine Vorschläge.

© SZ vom 09.06.2020

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