Im Cinema Film und Diskussion über Rassismus

Über rassistisch geprägte Einstellungen in der Mehrheitsgesellschaft, auch über die kolonialistische Vergangenheit Deutschlands wird in einzelnen Fällen zwar immer mal wieder diskutiert, aber ein breit angelegter Diskurs fehlt. In diese Lücke stößt nun der Runde Tisch gegen Rassismus in Dachau - mit "I am not your Negro" eine Filmvorführung mit anschließender Diskussion anlässlich des 70. Jahrestags der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte. Der Dokumentarfilm von Raoul Peck basiert auf dem unvollendeten Manuskript "Remember this House" von James Baldwin, der eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den Biografien dreier enger Freunde werden sollte, die alle bei Attentaten ermordet wurden: Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers. "I am not your Negro" schreibt Baldwins furioses Fragment im Geiste des Autors filmisch fort und verdichtet es zu einer beißenden Analyse der Repräsentation von Afro-Amerikanern in der US-Kulturgeschichte. Der Film bietet auch Gelegenheit, James Baldwin, einer der begabtesten Schriftsteller seiner Generation und eine Ikone der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA, wieder zu entdecken. Er war der erste schwarze Künstler auf einem Cover des Time Magazine.

Baldwin starb 1987 im Alter von 63 Jahren in Südfrankreich. Nach dem Film steht Modupe Laja von der ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) München für Fragen des Publikums zur Verfügung und berichtet über Rassismuserfahrungen in Deutschland. Die Veranstaltung wird moderiert von Kirchenrat Björn Mensing, Pfarrer an der Evangelischen Versöhnungskirche, sowie Robert Philippsberg, Autor mehrerer Publikationen zum Thema Rechtsextremismus und pädagogischer Mitarbeiter im Kreisjugendring Dachau. Die Veranstaltung findet statt am Montag, 10. Dezember, um 19 Uhr im Kino Cinema, Fraunhoferstraße 5. Kartenreservierungen im Kino unter Telefon 08131/266 99 zum Preis von fünf Euro.