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Helfer ergreifen Initiative:"Wohlfühlparadies"

In einer Überraschungsaktion gestaltet die Nachwuchsorganisation des Lions Clubs, der Leo Club Dachau, den Außenbereich einer Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge gemeinsam mit ihnen neu. Das Areal verfügt über eine Chill-Out-Lounge, eine Feuerstelle und einen Fußballplatz

Viele Asylhelferkreise stöhnen unter der Last der Arbeit, nachdem der Zuspruch aus der Bevölkerung für die Flüchtlingsfrage nachgelassen hat. Ein dauerhaftes Engagement können viele Menschen verständlicherweise wegen der eigenen Belastungen in Beruf und Familie oft nicht mehr aufbringen. Umso wichtiger sind Initiativen, die sich, wenn auch zeitlich begrenzt, engagieren. Die Nachwuchsorganisation des Dachauer Lionsclub - er nennt sich "Leo Club" - hat sich jetzt junger Flüchtline angenommen, die minderjährig sind. Mitglieder des Clubs überraschten eine Gruppe, die in Vierkirchen untergebracht ist.

Gemeinsam mit den Jugendlichen aus Eritrea und Afghanistan verwandelten die jungen Helfer den Garten der Flüchtlingsunterkunft binnen weniger Stunden zu einem, wie sie sagen, "Wohlfühlparadies". Sie bauten eine Chill-Out-Lounge samt Sonnensegel auf und installierten eine Hängematte. Neben diesen beiden Neuerungen wurde außerdem eine Feuerstelle aufgebaut. Dafür mussten fünf Kubikmeter Kies abgetragen und an der gewünschten Stelle mit Muskelkraft abgeladen und verteilt werden. Außerdem errichteten die Leos gemeinsam mit den Flüchtlingen ein ständiges Fußballfeld mit Toren. Sie statteten die Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft gleich noch mit den entsprechenden Trikots aus.

Der Präsident des Leo Clubs Dachau, Raffael Diepold, war für Planung und Organisation der Flüchtlingsaktion verantwortlich. Als gelernter Bauingenieur brachte er sein fachliches Wissen wirksam ein. Dem 25-jährigen Leo-Sprecher ist allerdings "die persönliche Komponente", wie er sagt, am wichtigsten: "Es ist so schön, wenn man am Ende in die strahlenden Augen der Jungs schaut und sieht, wie glücklich sie sind." Auch Leo-Schatzmeister Julian Maurer, 20 Jahre alt, zeigte sich am Ende der Aktion in Vierkirchen hoch erfreut: "Wir sind froh, dass die heutige Activity so gut gelungen ist, und wir haben uns natürlich riesig über die Beteiligung unserer Mitglieder sowie unserer Freundinnen und Freunde gefreut, die uns tatkräftig unterstützt haben." Er betont ausdrücklich, dass die Erwachsenenorganisation diese Aktion unterstützt und auch finanziell gefördert habe. "Sie hat zum großen Teil zum Erfolg beigetragen." Leo-Sprecher Diepold berichtet, dass sie Aktion "nicht die erste Activity des Leo Club Dachau mit den Vierkirchener Flüchtlingen" gewesen sei. Denn bereits in den vergangenen Jahren konnten die Dachauer Leos einige Projekte mit den neuen Landkreisbürgern verwirklichen. So besuchten sie zum Beispiel vor einigen Monaten gemeinsam den Tierpark Hellabrunn oder gingen 2016 gemeinsam bowlen. Der Leo-Club engagiert sich auf breiter Basis für soziale Einrichtungen. So sammelten sie vor Supermärkten für Menschen in Not unter dem Motto: "Ein Teil mehr im Einkaufswagen tut nicht weh."