Haushaltsdebatte Röhrmoos greift Rücklagen an

Der Haushalt wächst. Noch nimmt die Gemeinde keine Kredite auf

Trotz mehrerer anstehender Investitionen kommt die Gemeinde Röhrmoos heuer ohne neue Kredite aus. Dafür will die Kommune mehr als eine Million Euro ihrer Ersparnisse aufbrauchen. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses haben den Haushaltsentwurf für das laufende Jahr beraten und einstimmig gebilligt. Nun muss sich der Gemeinderat damit beschäftigen. Das Haushaltsvolumen wächst auf 15,1 Millionen Euro, wovon auf den Vermögenshaushalt 2,9 Millionen Euro entfallen.

Unter anderem benötigt die Feuerwehr Biberbach eine neues Einsatzfahrzeug. Zudem ist der Bau von Urnenstelen auf dem Friedhof geplant sowie einige Maßnahmen im Straßen- und Abwasserbereich. Außerdem müssen neue Möbel für den Sitzungssaal angeschafft werden, sowie ein neuer Sitzrasenmäher. Die Gemeinde will auch die IT-Ausstattung der Grundschule im Rahmen des Projekts "Digitales Klassenzimmer" verbessern. Ein weiterer Kostenpunkt, der mit 450 000 Euro veranschlagt ist: die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Lampen. "Wir wollen Zug um Zug auf LED umstellen, weil es einfach Sinn macht", sagte Bürgermeister Dieter Kugler (CSU). Kämmerer Günther Reil ergänzte, dadurch erwarte man sich Einsparungen beim Strom. Mehrere Gemeinderäte lobten das Vorhaben. "Es ist sehr gut, dass dafür eine Zahl eingestellt ist", sagte etwa Nicolas Kugler (GUL). Leisten kann sich die Kommune die Investitionen unter anderem durch ihre Ersparnisse. Die Rücklage schrumpft voraussichtlich von 2,5 Millionen auf 1,5 Millionen Euro. Auch rechnet die Gemeinde mit 890 000 Euro an Gewerbesteuereinnahmen. Sie will gleichwohl Schulden tilgen. Die Pro-Kopf-Verschuldung soll im laufenden Jahr von 340 auf 319 Euro sinken.

Ein wenig Bauchschmerzen bereitet den Gemeinderäten die Entwicklung der Kreisumlage. Der Landkreis will den Hebesatz heuer von 46,5 auf 47 Prozent erhöhen. Weitere Steigerungen in den Folgejahren sind im Gespräch. Im Jahr 2019 muss Röhrmoos voraussichtlich fast 3,2 Millionen Euro an den Landkreis abtreten, es ist der größte Ausgabenpunkt im gesamten Haushalt. Wolfgang Götz (SPD) sieht "erhebliche Steigerungen" in den kommenden Jahren. "Wenn sich die Konjunktur einmal abschwächt, werden ganz schöne Zusatzleistungen auf uns zukommen", sagte er. Bürgermeister Kugler verwies dagegen auf den Bau des vierten und fünften Gymnasiums sowie eines neuen Landratsamtes. Er sagte: "Die Aufgaben sind auch beim Landkreis gestiegen."