Haimhausen:Artenreiche Wiese

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Haimhausen: Für den Bau des Nachklärbeckens der Haimhausener Kläranlage entsteht an der Amper eine Ausgleichsfläche.

Für den Bau des Nachklärbeckens der Haimhausener Kläranlage entsteht an der Amper eine Ausgleichsfläche.

(Foto: toni Heigl)

Haimhausen weist Ausgleichsfläche für neues Klärbecken aus

Von Rudi Kanamüller, Haimhausen

Noch steht das Haimhausener Ökokonto auf null. Doch das soll sich schon bald ändern. Denn für den Bau des neuen Nachklärbeckens für die Haimhausener Kläranlage wird nun auf einer bis dato landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Amper eine "Ausgleichsfläche mit Retentionsraum" entstehen, auf dem sich bei Hochwasser das Wasser der Amper ausbreiten kann.

Diese 15 200 Quadratmeter große Ausgleichsfläche soll zudem "ökologisch hochwertig und artenreich" gestaltet werden. Mit der Planung hat der Haimhausener Gemeinderat kürzlich die Landschaftsarchitektin Katharina Meinhardt beauftragt. Wie Bürgermeister Peter Felbermeier in der Gemeinderatsvorlage schreibt, gebe es ein "vergleichbares Realisierungskonzept einer Gemeinde zur Herstellung einer Ökofläche im Landkreis Dachau, beziehungsweise in der näheren Umgebung. bisher noch nicht". Unterstützt bei ihrem Vorhaben wird die Gemeinde von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Dachau.

Im Einzelnen soll auf weiten Teilen der Ausgleichs- und Ökofläche eine "artenreiche Blumen- und Kräuterwiese entstehen", so die Absicht der Gemeinde Haimhausen. Die Beschaffung und Zusammensetzung des Saatgutes soll in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde erfolgen. Für die Beschaffung und die Bepflanzung von Bäumen und Sträuchern hat der Gemeinderat Mittel in Höhe von 25 000 Euro genehmigt. Mit der Pflanzung soll nach dem Willen des Gemeinderates die Waldbauern-Vereinigung beauftragt werden, bei der die Gemeinde Haimhausen Mitglied ist.

Neue Wege will die Gemeinde dabei auch bei der Flächenherstellung gehen. Dabei sollen möglichst viele Arbeiten an örtliche Landwirte, beziehungsweise an den Maschinenring vergeben werden, zum Beispiel beim Aushub der Retentionsflächen, bei der Geländemodellierung, bei der Vor- und Nachbehandlung der künftigen Wiesenfläche, sowie bei der Aussaat und bei der Abwicklung von Transporten.

Ehrenamtlich wird dabei das Mitglied des Gemeinderates, Wilhelm Welshofer vom Bündnis 90/Die Grünen, die Landschaftsarchitektin aufgrund seiner lokalen Kenntnisse beim Finden geeigneter Landwirte sowie bei sonstiger Arbeitskoordination unterstützen.

Die Idee des Ökokontos ist nicht ganz neu. Im Landkreis Dachau gibt es das Ökokonto seit mehr als drei Jahren. Es ist ein Planungsinstrument zur vorgezogenen "Sicherung und Bereitstellung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, mit denen künftige Beeinträchtigungen von Natur und Umwelt ausgeglichen werden können". Das Anlegen eines Ökokontos ist eine freiwillige Angelegenheit und hat keine rechtliche Bindungswirkung. So lange Ökokontenflächen nicht als "Ausgleichsflächen verbucht" sind, ist auch noch eine anderweitige Verwendung möglich.

Zum Beispiel hat im Jahr 2013 die Gemeinde Erdweg beschlossen, auf einem gemeindeeigenen Waldgrundstück ein Ökokonto zu erstellen und die Fläche vom reinen Fichtenforst in einen artenreichen Laubwald umzubauen. Ein Ökokonto angelegt hat auch vor Jahren schon die Gemeinde Altomünster. Sie pflanzte entlang der Altoquelle Laubbäume.

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