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Generalsanierung:Neue Küche für die Mittelschule

Die Stadt Dachau finanziert das Projekt mit 120 000 Euro

Die Mittelschule Dachau Süd bekommt eine zweite Schulküche. Die Stadt Dachau wird die Kosten in Höhe von 120 000 Euro tragen. Es ist ein Erfolg für die Schule, die derzeit generalsaniert wird, und ihre Leiterin Ilona Brezing, die eindringlich um diese Hilfe gebeten und ihren Bedarf dargelegt hatte. Trotzdem war das Anliegen zunächst im Bauausschuss und dann im Stadtrat abgelehnt worden. Weniger, weil man den Schülern den praktischen Unterricht nicht gönnte, sondern vielmehr, weil sich die Stadträte nicht zuständig sahen. Das betonten sie durch alle Fraktionen auch bei der nun positiven Beschlussfassung im Stadtrat am Dienstagabend: Zuständig ist das Kultusministerium. Dieses aber hält sich strikt an seine Bedarfsrechnungen und lässt sich nicht erweichen. Für die CSU-Fraktion im Dachauer Stadtrat stellte sich daher die Frage, ob hier ein Präzedenzfall geschaffen wird und die Kommune nun regelmäßig Aufgaben des Freistaats übernimmt, nur weil dieser einfach nicht will. Oder anders gesagt: Die Interessen der Schüler nicht anerkennt. Diese entscheiden sich an der Mittelschule Dachau Süd zur Hälfte für das Fach "Ernährung und Soziales" - bei steigenden Schülerzahlen. Das Kultusministerium aber geht davon aus, dass die Fächer Technik und Wirtschaft genauso oft, also jedes zu einem Drittel gewählt wird.

Die CSU hat sich entschieden, das Ganze als Einzelfall zu betrachten und die Notwendigkeit anzuerkennen, erklärt Fraktionssprecher Florian Schiller. "Das ist ein Sichwegdrücken des Kultusministeriums", beklagt Kai Kühnel (Bündnis) und stellt die Frage in den Raum, ob in diesem Fall nicht die Landtagsabgeordneten Martin Güll (SPD) und Bernhard Seidenath (CSU) etwas hätten ausrichten können. Volker Koch (SPD) und Sabine Geißler (Bündnis), beide Lehrer, schelten das Ministerium "praxisfern". Gegen die Finanzierung der Schulküche stimmt am Ende trotzdem nur Edgar Forster (FW). Die Mittelschüler werden zur Zeit für zwei Jahre in der ehemaligen Ludwig-Thoma-Schule unterrichtet. Im Schuljahr 2019/2020 können sie zurück in die Eduard-Ziegler-Straße.

© SZ vom 28.09.2017 / vgr

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