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Gemeinderat Schwabhausen:Millionen für neue Rohre

Schwabhausen investiert massiv in sein Wasserleitungssystem

Das wichtigste Projekt, das die Gemeinde Schwabhausen in den kommenden Jahren stemmen muss, dürfte die Sanierung des Wasserleitungssystems sein. Seit rund zwei Jahren arbeitet die Gemeinde bereits an diesem Projekt. Im Lauf der nächsten zehn Jahre wird sie laut Bürgermeister Josef Baumgartner (FW) insgesamt an die zehn Millionen Euro in die Maßnahme investieren müssen. Allein für die im Vorjahr im Grundsatz beschlossenen Einzelmaßnahmen werden bis 2023 rund vier Millionen Euro fällig - eine Summe, die bereitzustellen der Kommune nicht leicht fallen dürfte.

In der letzten Sitzung des Gemeinderats, bevor Baumgartners Nachfolger Wolfgang Hörl (BBA) und ein neu zusammengesetztes Ratsgremium das Ruder übernehmen, wurden nun zwei weitere Maßnahmen in Sachen Leitungsbau auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich zum einen um die Erneuerung des Notverbunds Lindach - Oberroth. Diese Notleitung verläuft vom Übergabeschacht des Notverbunds mit dem Zweckverband Sulzemoos-Arnbach in Lindach bis zur Straße Am Mitterberg und der Friedberger Straße in Oberroth. Zum anderen geht es um eine neue Hauptverbindungsleitung, die von der Fraunhofer Straße in Schwabhausen bis zur Kreuzung Münchener- und Dorfstraße in Stetten reichen soll. In der Sitzung des Gemeinderats stellte Wojciech Przywecki vom Gröbenzeller Ingenieurbüro Przywecki & Partner die Entwurfsplanungen für beide Bereiche vor.

Die Leitung zwischen Lindach und Oberroth muss aus zwei Gründen erneuert werden. Das Asbestzement, aus dem die Leitung besteht, muss durch ein anderes Material ersetzt werden. Zudem hält man den bisherigen Leitungsquerschnitt von 100 Millimeter für nicht mehr ausreichend, weshalb er auf 125 Millimeter vergrößert werden soll. Während das weiterführende Teilstück zwischen Oberroth und Schwabhausen bereits im Vorjahr saniert wurde, soll die Maßnahme jetzt bis Lindach fortgesetzt werden.

Technisch soll der größte Teil der Leitungsverlegung per Horizontalbohrung erfolgen. Laut dem Planer ist sie schneller und günstiger als die Verlegung per Bagger. Man könne auf Straßensperrungen verzichten und habe kein Problem mit der Entsorgung des Aushubs. Für die Leitungen werden bei dieser Technik Kunststoffrohre verwendet. Die Kosten für die Maßnahme sollen bei knapp 500 000 Euro liegen und damit um rund 200 000 Euro niedriger als angenommen. Da es sich nur um eine Schätzung handelt, könnten die tatsächlichen Kosten jedoch um maximal 20 Prozent variieren, sagt Przywecki.

Im zweiten Fall handelt es sich um ein völlig neues Teilstück der Leitung zwischen Schwabhausen und Stetten, über das das Wasser vom Zweckverband Bachern nach Schwabhausen geführt wird. Mit dem Bau der Leitung mit einem Querschnitt von 200 Millimetern kann die bisherige Wasserleitung über die Altstettenstraße stillgelegt werden. Die Kosten für den Neubau in diesem Bereich werden auf rund 300 000 statt wie bisher auf mehr als 400000 Euro geschätzt. Die Frage im Ratsgremium, ob Eigentümer von bislang nicht als Bauland ausgewiesenen Grundstücken in Nähe der neuen Oberrother Leitung zur Kasse gebeten werden könnten, verneinte Bürgermeister Baumgartner. Vorerst würden lediglich Anschlussmöglichkeiten vorgesehen; bezahlt werden müsse erst dann, wenn ein Grundstück tatsächlich zu Bauland geworden sei.

Beide Baumaßnahmen sollen laut Baumgartner noch heuer ausgeführt werden. Einstimmig wurde entschieden, dass die Verwaltung die Ausschreibungen vornimmt. Wann die Arbeiten stattfinden, lässt sich noch nicht sagen: Wegen Corona seien Prognosen derzeit schwierig, sagt Baumgartner.

© SZ vom 02.05.2020

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