Garagen frei räumen Karlsfeld schafft eine Anwohnerparkzone

Zwischen Hoch-, Lessing-, Garten- und Münchner Straße soll das Verkehrschaos nun endlich ein Ende finden

Von Christiane Bracht, Karlsfeld

Über Parkplätze haben die Karlsfelder schon oft gestritten. Am Bahnhof und im Zentrum stehen die Autos meist Stoßstange an Stoßstange. Eine freie Lücke zu erwischen, ist Glückssache. In der Rathausstraße stellen viele ihre Autos sogar einfach in die zweite Reihe, manchmal sogar in die dritte, auch um mal einen Kaffee trinken zu gehen. Nicht selten ist die Durchfahrt dann für alle blockiert. Das ärgert. Doch das Verkehrschaos soll nun ein Ende haben: Die Gemeinde richtet im Carré zwischen Hoch-, Lessing-, Garten- und Münchner Straße eine Anwohnerparkzone ein.

Ähnlich wie in München wird es nachts von 18 bis 23 Uhr nur sehr wenige freie Parkplätze am Rand des Gebiets geben, die jedermann nutzen darf. Von 23 bis 18 Uhr ist es indes auch weiter erlaubt auf weiten Teilen der Lessingstraße sowie an der Hochstraße sein Auto abzustellen. Außerdem sind in dem Carré weiterhin Kurzzeitparkplätze auf der Rathaus- und entlang der Gartenstraße bei den Märkten vorgesehen. Das System hat sich nach Ansicht der Kommunalpolitiker bewährt. Für die Anwohner werden nachts (also von 18 bis 23 Uhr) 75 Prozent der Parkplätze reserviert, das sind etwa 200. Tagsüber sind es lediglich 50 Prozent. Außerdem soll es künftig statt drei Behindertenstellplätzen in der Rathausstraße fünf geben.

Derzeit arbeitet die Verwaltung noch daran, den Gemeinderatsbeschluss umzusetzen. Es müssen Schilder bestellt und Antragsformulare ausgearbeitetwerden. Frühestens im Herbst wird dann das Anwohnerparken in Karlsfeld eingeführt. Damit die Betroffenen die Möglichkeit haben, sich einen Ausweis zu besorgen, wird laut Günther Rustler eine Übergangsfrist von etwa 14 Tagen eingeräumt werden.

Nicht alle Anlieger werden jedoch einen Ausweis bekommen. Die Gemeinde will sehr restriktiv mit den Berechtigungspapieren umgehen. Jeder, der einen privaten Stellplatz oder eine Garage für sein Auto hat, muss diese auch nutzen. Nur wer keine Möglichkeit hat, seinen Wagen irgendwo hinzustellen, obwohl er seinen ersten Wohnsitz im Carré hat, wird einen Ausweis bekommen. Auf diese Weise will die Gemeinde Platz auf der Straße schaffen und die Leute dazu erziehen ihre Möbellager oder Fahrrad und Motorrad woanders unterzubringen. Andererseits sollen die Anwohner, die es nötig haben, abends wenn sie von der Arbeit heim kommen, nicht erst lange einen Parkplatz suchen müssen und womöglich noch weite Wege laufen müssen, um zur Haustür zu kommen. 30 Euro wird ein Parkausweis pro Jahr kosten. Wohnmobile, Firmenlaster oder Anhänger dürfen nicht mehr in dem Karlsfelder Kerngebiet abgestellt werden. Auch Firmen bekommen nur ausnahmsweise bei Härtefällen einen Parkausweis. Und der wird dann auch mit 120 Euro pro Jahr zu Buche schlagen.

Damit die Anwohnerparkzone auch eingehalten wird, soll das Gebiet künftig besonders kontrolliert werden. Denn ohne Überprüfung funktioniert das System nicht, davon sind die Gemeinderäte überzeugt. Schon jetzt ist die Kommunale Verkehrsüberwachung regelmäßig an den Orten, wo der Parkdruck am höchsten ist. Und je mehr Stunden sie tagsüber oder auch abends unterwegs sind, desto mehr Parksünder werden aufgeschrieben. Dieses Phänomen zeigte sich schon vor drei Jahren, als man die Stundenzahl der Kontrolleure verdoppelt hatte und dann im Jahr drauf gleich zweimal so viele Knöllchen in der Statistik auftauchten.

Ursprünglich wollte der Gemeinderat die Zone weiter fassen. Im vergangenen Jahr diskutierten die Kommunalpolitiker noch über die Einfassung der Krenmoosstraße und im Nordosten der Seestraße, sowie des Schwarzgrabenwegs. Doch das Ingenieurbüro Gevas hat durch weitere Untersuchungen Mitte Juni 2018 herausgefunden, dass eine Begrenzung der Anwohnerparkzone auf das Kerngebiet zwischen Lessing- und Gartenstraße völlig ausreicht, um das Chaos in den Griff zu bekommen. Denn dort ist die Auslastung am höchsten. Von 17 Uhr an bis wird es vor allem auf der Rathaus- und Hochstraße, aber auch Teilen der Lessingstraße extrem schwierig einen Parkplatz zu finden.