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Erlebnis-Pfad an der Maisach:Der Ufer-Spaziergänger

Die Bauarbeiten für den neuen Erlebnisweg am Maisachufer haben begonnen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Bürgermeister Simon Landmann initiiert in Bergkirchen einen Erlebnispfad an der Maisach. Auf einer Länge von 2,5 Kilometern bekommen Erholungssuchende Informationen über Pflanzenwelt, Fischarten oder Wasserkraft. Und sie können sich dort fit halten.

Einfach mal raus aus den eigenen vier Wänden und vor der Haustür die Natur genießen. Alle Kurzentschlossenen, die im Grünen entspannen möchten, können bald ein neues Ziel ansteuern. In Bergkirchen entsteht gerade unter dem Motto "Lebensader Maisach - des is mei Sach'" ein flussbegleitender Erlebnispfad, der alle Altersgruppen einlädt zum Bewegen, Erleben und Entdecken. Initiiert hat das Projekt Bergkirchens Bürgermeister Simon Landmann (CSU), selbst ein begeisterter Ufer-Spaziergänger. Um die beschauliche Flusslandschaft der recht behäbig dahinströmenden Maisach für Erholungssuchende besser zugänglich und erlebbar zu machen, hat eine Vielzahl von Vereinen, Gruppen und Organisationen engagiert zusammen gearbeitet. Entstanden ist ein Konzept, das über einen naturkundlichen Lehrpfad hinausgeht und mit Themenvielfalt wie Detailreichtum überrascht.

Auf einer Länge von 2,5 Kilometern soll der neue Erlebnispfad zwischen Bergkirchen und Günding an der Maisach entlang führen. Start und Ziel sind die Sportplätze der beiden Ortsteile. Ein Teilstück der Strecke gibt es schon als Feldweg, der nun ergänzt und verlängert wird. Der solide Unterbau der Trasse wurde in diesen Tagen erstellt, die Frostperiode jetzt im Februar ist für den Wegebau ideal gewesen. Weil das Projekt "Lebensader Maisach" mehr sein will als ein solider Spazierweg am Ufer, werden Informationstafeln interessante Details zu unterschiedlichsten Themen bieten. Dort finden sich Hinweise zur Pflanzenwelt, zur Uferlandschaft, zu heimischen Fischarten wie auch zum Biber. Aber auch der Verlauf des Flusses von der Quelle südlich von Hohenzell (Landkreis Fürstenfeldbruck) bis zur Mündung in die Amper bei Mitterndorf wird aufgezeigt, die fünf unterschiedlichen Naturräume entlang des 38 Kilometer langen Laufs erläutert.

Technische Themen werden präsentiert mit Informationen etwa zu den neun Wasserkraftwerken am Fluss, von denen allein zwei auf Gemeindegebiet stehen. Auch Hinweise zu Künstlern und historischen Bauwerken fehlen nicht. Für Bürger, die mit einem Spaziergang sportlich nicht ausgelastet sind, werden an beiden Endpunkten in Günding und Bergkirchen wetterfeste Fitnessgeräte installiert, die zum Training einladen. Und - aus Sicht des Bürgermeisters entscheidend wichtig für einen Uferweg - an zwei Stellen wird ein Zugang zum Fluss geschaffen, um den großen und kleinen Spaziergängern direkten Kontakt zum Fließgewässer zu ermöglichen. Damit der Spaziergang auch für Familien attraktiv wird, gibt es Spielangebote für Kinder, wie eine Station, an der eine selbsttragende Brücke aus Holzelementen konstruiert werden kann.

Entdeckt werden will auch der sagenhafte "Wasserhackl", eine Art Wolpertinger des Wassers. Dieses unheimliche Fabelwesen sollte in früheren Zeiten Kinder von Flüssen fernhalten, um sie vor dem Ertrinken zu schützen. Nun hat Marion Linke vom Planungsbüro Linke und Kerling den kleinen Unhold auf allen Infotafeln versteckt, um kleine Spaziergänger zu unterhalten.

Was die Vielfalt der Ideen schon ahnen lässt: Die "Lebensader Maisach" ist ein Gemeinschaftsprojekt, das vom Regionalverein Dachau Agil koordiniert und von der Europäischen Union finanziell gefördert wird, an dem der Dachauer Moosverein ebenso mitgearbeitet hat wie Fachbehörden und die örtlichen Sport-, Fischerei- und Gartenbauvereine. Noch bevor der Erlebnispfad offiziell im Frühsommer eingeweiht wird, hat Bürgermeister Landmann schon die nächste Ausbaustufe im Kopf: "Der Weg soll einmal weitergehen bis Palsweis."