Energiewende im Landkreis:Auch die Stadtwerke produzieren Ökostrom

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Heute produzieren die E-Werke Haniel jährlich etwa zwischen vier und fünf Millionen Kilowattstunden Strom, beliefern annähernd 1900 Kunden in Haimhausen und Umgebung, die etwa 11.000.000 Kilowatt Strom pro Jahr verbrauchen. Die produzierte Strommenge schwanke je nach Wasserstand des Mühlbachs und der Amper. Dennoch: Ein schnelles Geschäft sei die Energie aus Wasserkraft nicht, dafür aber ein langlebiges, sagt Andrea von Haniel. Und die Erlöse, die aus der Haimhauser Wasserkraft erwirtschaftet werden, würden hier in der Region reinvestiert.

Dazu gehöre die Pflege der Ufer und des Flussbettes, das besonders nach Hochwassern ausgebaggert werden müsse. Aber auch der Bau von Fischwanderhilfen, zum Beispiel am Schwebelbach beim Wasserkraftwerk Marienmühle. Hier wurde ein Umgehungsbach für Fische angelegt. Über diese "Fischtreppe" können jetzt aus der Amper kommende Fische nun ungehindert den Schwebelbach hinauf schwimmen.

Die E-Werke Haniel in Haimhausen sind ein kleines mittelständisches Unternehmen - eine effektiv arbeitende Einheit mit gerade einmal sieben Mitarbeitern und "familienfreundlichen Arbeitsplätzen", wie Andrea von Haniel sagt. Aber gerade diese "Kleinheit" sei auch seine Stärke: "Wir sind in der Lage, Entscheidungen des Gesetzgebers von heute auf morgen umzusetzen, können auf unsere Kunden individuell eingehen." Ein weiterer Vorteil sei, dass das Unternehmen lokal, sozial und kulturell in der Region engagiert sei.

Einen wachsenden Kundenkreis, der Ökostrom beziehen will, registrieren auch die Stadtwerke Dachau, die in Dachau und in Günding seit 100 Jahren Wasserkraftwerke betreiben und die eine Stromleistung von rund 3000 Kilowattstunden im Jahr erbringen. Der Anteil an Strom aus Wasserkraft im Dachauer Netz beträgt nach Auskunft von Werkleiter Gerald Nübel insgesamt etwa zehn Prozent.

Die Stadtwerke Dachau produzierten derzeit TÜV-zertifiziertem Öko-Strom aus Wasserkraft, mit dem 4500 Haushalte versorgt werden könnten. Dem Bau weiterer Anlagen stehen die Stadtwerke abwartend gegenüber, weil die Auflagen seitens der Umwelt- und Naturschutzbehörden "sehr hoch" seien. Allerdings halte man "die Augen offen" und bemühe sich, die bestehenden Anlagen, wenn möglich zu optimieren. Neue Anlagen zu errichten sei zwar geplant, allerdings sei es sehr schwierig hier Standorte für Anlagen in der bisherigen Größenordnung zu finden.

Auf dem "SZ-Forum vor Ort: Böse Kernkraft, gute Windkraft - schaffen wir die Energiewende?" am Freitag, 22. Juli, diskutieren Experten über Wege in die klimafreundliche Zukunft. Was kann der einzelne Bürger tun? Welche Rolle spielen die Kommunen oder kommunale Unternehmen? Auf dem Podium sitzen sitzen Peter Felbermeier (Bürgermeister in Haimhausen), Gerald Nübel (technischer Leiter der Stadtwerke Dachau), Dr. Thomas König (Vorstand der GfA, Gemeinsames Unternehmen für Abfallwirtschaft der Landkreis Fürstenfeldbruck und Dachau), Dr. Herbert Barthel (Leiter des Energiereferats des Bundes Naturschutz in Bayern) und Dipl. Phys. Wolfgang Schölkopf (Leiter der Abteilung Technik für Energiesysteme und Erneuerbare Energien beim Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung). Beginn ist um 20 Uhr im Ludwig-Thoma-Haus Dachau, Augsburger Straße 23.

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