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Einrichtung bei Röhrmoos:Neubau für mehr schulische Inklusion

Die Bauarbeiten an der neuen Schönbrunner Johannes-Neuhäusler-Schule haben begonnen. 2022 soll der Umzug stattfinden

Am Montag hat der Bau für den Neubau der Schönbrunner Johannes-Neuhäusler-Schule (JNS), einem Förderzentrum mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, begonnen. Am östlichen Ortsrand von Schönbrunn wird dort nun nach einer mehrjährigen Planungszeit ein Gebäude mit drei zweigeschossigen und einem eingeschossigen Gebäudeteil entstehen. Der Umzug in das neue Gebäude ist für die Osterferien 2022 geplant.

Etwa 170 Schüler besuchen derzeit die JNS. Das Gebäude aus den 1970er Jahren ist stark renovierungsbedürftig. Nachdem klar war, dass eine Sanierung teurer als ein Schulneubau wird, entschied sich die Geschäftsführung des Franziskuswerks für den Neubau. Nach einer intensiven Standortsuche im Rahmen der Schönbrunner Ortsentwicklung wurde zunächst ein Neubau nördlich des jetzigen Gebäudes geplant. Allerdings hätte der Erdgrund dort wegen seiner Beschaffenheit zu einer immensen Kostensteigerung geführt. Also entschied man sich für eine rund 11,5 Hektar große Fläche am östlichen Ortsrand, in unmittelbarer Nähe zur KFZ-Werkstatt und zum W5-Bürgerhaus, Café & Bistro.

Der Neubau gliedert sich in drei zweigeschossige und einen eingeschossigen Baukörper, die jeweils an den Giebelseiten über eine Magistrale verbunden sind. Zwei der Gebäudeteile enthalten 16 Klassenzimmer und mehrere Fachunterrichtsräume. Die Unterrichtsräume liegen an den Nord- und Südfassaden. In der Mittelspange werden Bäder, Abstellräume sowie die Garderoben untergebracht. An den Stirnseiten enden die Flure in offenen Freiarbeitsbereichen. Zwischen zwei Klassenräumen wird je ein gemeinsam nutzbarer Gruppenraum angeordnet. In einem weiteren Gebäudeteil werden die Aula, Lehrküchen, eine Schülerbibliothek sowie Computer- und Verwaltungsräume untergebracht. Mit beweglichen Wänden im Erdgeschoss wird hier für Flexibilität in der Raumnutzung gesorgt: Zwei Mehrzweckräume werden sich bei Bedarf zu einem großen Saal verbinden lassen mit Anschluss zur Aula und einem abgesenkten Zuschauerraum. Im vierten Gebäudeteil werden sich die Turnhalle und ein Therapiebad jeweils mit Nebenräumen befinden.

Durch die Gebäudeanordnung ergeben sich vier Höfe, wovon drei mit Spielgeräten oder Pflanzbeeten ausgestattet als Pausenhöfe genutzt werden können sollen. Der vierte Hof wird zum Haupteingang der Schule führen. Bis Ende 2020 soll der Rohbau stehen, dem der gut einjährige Innenausbau folgen wird. Die Baukosten werden sich auf voraussichtlich 24 Millionen Euro belaufen, wovon gut 80 Prozent von der Regierung von Oberbayern getragen werden, die restlichen 20 Prozent müssen aus Eigenmitteln finanziert werden.

Im Oktober 2015 wurde die JNS als eine der ersten Förderschulen mit Schwerpunkt geistige Entwicklung mit dem Schulprofil Inklusion ausgezeichnet. Seit vielen Jahren sind Schulklassen als sogenannte Partnerklassen in Regelschulen im Landkreis Dachau ausgelagert, um die Voraussetzungen zu sozialem Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung zu verbessern. Mit dem Neubau kann ein weiterer Schritt hin zu schulischer Inklusion verfolgt werden: die Beschulung von Regelklassen in den Räumen der JNS.

© SZ vom 25.03.2020 / SZ

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