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Dachau:Kainsmal

Franz Josef Strohmeier

Franz Josef Strohmeier und sein titelgebendes Instrument.

(Foto: Strohmeier/oh)

Franz Josef Strohmeier und Süskinds "Kontrabass"

Kurz vor der großen Premiere des Thomas-Melle-Stücks "Bilder von uns" über den Missbrauch in katholischen Internaten gastiert der Schauspieler und Wahl-Dachauer Franz Josef Strohmeier erstmals in seiner Heimatstadt. An diesem Donnerstag, 27. April, führt er das bekannte Ein-Mann-Stück "Kontrabass" von Patrick Süskind in der Kulturschranne auf. In der Premiere in Regensburg spielte Strohmeier die Hauptrolle am Sonntag, 30. April.

Über Süskinds Einakter und seine Ideen zu dem Stück, das er seit sechs Jahren aufführt, sagt Strohmeier: "Der Text erzählt uns vom Alltag mit dem größten, unhandlichsten und un-solistischsten Solo-Instrument, von seinen Nöten und seinen Träumen, von seinem Minderwertigkeitsgefühl und - von seiner heimlichen Liebe zur Sopranistin Sarah. Seine manchmal nörgelnde Unzufriedenheit, aber auch seine scharfzüngige Kritik an denen, die schuld sind an seiner Situation, bis hin zur Selbstgefälligkeit, offenbaren die Abgründe des Künstlerdaseins." Wie die Kritik einhellig hinzufügt: "brillant gespielt." Die zentrale Frage des Abends lautet: "Können Sie mir sagen, wieso ein Mann Mitte dreißig, nämlich ich, mit einem Instrument zusammenlebt, das ihn permanent behindert? Menschlich, gesellschaftlich, verkehrstechnisch, sexuell und musikalisch nur behindert? Ihm ein Kainsmal aufdrückt?"

Franz Josef Strohmeier gastiert gleich zweimal in seiner Wahl-Heimatstadt Dachau. An diesem Donnerstag, 27. April, und eine Woche darauf, am Freitag, 5. Mai, ebenfalls in der Kulturschranne, jeweils 20 Uhr. Karten: München-Ticket und Kulturamt Dachau.

© SZ vom 27.04.2017 / SZ

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