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Dachau:Großbrand auf dem Dachauer Seebergelände

Auf dem Industrieareal brennt eine ehemalige Lagerhalle komplett nieder. Zehn Feuerwehren aus dem Landkreis sind im Einsatz.

Zehn Feuerwehren aus dem Landkreis waren am Dienstagspätnachmittag gegen 17 Uhr in der Schleiheimer Straße in Dachau im Einsatz, um einen Brand auf dem ehemaligen Seeber-Industriegelände zu löschen. Dort war aus bisher unbekannten Gründen eine ehemalige Lagerhalle in Flammen aufgegangen. Polizei und Feuerwehr sperrten die Schleißheimer Straße in Dachau-Ost weiträumig ab. Nach ersten Informationen war zu befürchten, dass das benachbarte Gelände gefährdet sein könnte, auf dem der Bayerische Rundfunk die Serie "Dahoam is dahoam" dreht. Es liegt glücklicherweise weit genug weg von der Halle, die in kurzer Zeit völlig abbrannte.

Vor genau zehn Jahren fand schon einmal ein Großeinsatz auf dem Seebergelände statt. Damals handelte es sich um einen Schwelbrand im ehemaligen Verwaltungsgebäude, das seit 2004 leer stand. Damals vermutete die Polizei, dass Jugendliche sich auf dem Gelände herumtrieben und schloss Brandstiftung nicht aus. Allerdings wurde der Verdacht durch die Ermittlungen nicht bestätigt. Vielen Dachauern ist das Gelände auch als das frühere Feinpappenwerk Schuster bekannt. Auf den 70 000 Quadratmetern zog zwar Anfang 2004 das sogenannte Seeber Creative Center ein. Aber der internationale Röchling-Konzern aus Mannheim hatte diesen Technikzweig nach nur zwei Jahren wieder eingestellt. Mittlerweile ist das gesamte Areal für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Das Betreten gilt wegen der maroden Gebäude als extrem gefährlich. Ein erste Anschein vermittelt den Eindruck völliger Verwahrlosung. Seit mehr als zehn Jahren sucht die Stadt Dachau vergeblich nach einer sinnvollen baulichen Lösung für das Gelände.

Auch diesmal vermutet die Polizei Brandstiftung. In der Halle befanden sich nach ihren Angaben nur Abfälle. Bei dem Brand ereigneten sich kleinere Explosionen, die auf zerberstende Glasflaschen zurückgeführt werden. Gegen 17.35 Uhr hatten die Feuerwehren den Brand unter Kontrolle. Nach bisherigen Erkenntnissen ist niemand verletzt worden.

© SZ vom 13.07.2016 / we/gsl

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