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Dachau:Feuerwehrball abgesagt

Weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist, fällt die Faschingsveranstaltung 2016 aus.

Es ist eine Nachricht, die den Faschingsfreunden in Dachau den Spaß gründlich verderben dürfte: Der traditionelle Feuerwehrball in der närrischen Zeit fällt 2016 aus. Grund ist ausgerechnet ein fehlendes Brandschutzkonzept. Denn nach dem Umbau des Ludwig-Thoma-Hauses muss ganz neu geplant werden, um sicherzustellen, dass den Gästen des Feuerwehrballs ein Feuer nicht zum Verhängnis werden kann. Da der Ball nicht nur in einem Saal stattfindet, sondern das ganze Haus vom Keller bis unters Dach dekoriert wird, sei die Planung ein "umfangreiches Projekt", wie Feuerwehr-Sprecher Wolfgang Reichelt mitteilt. Alle Teile der Dekoration, die nach dem Umbau neu angefertigt werden, müssen erneut unter die Lupe genommen werden, um den hohen Anforderungen an den Brandschutz gerecht zu werden. Das sei bis zum Januar nicht zu schaffen. Alternativ seien auch andere Veranstaltungsorte wie das Gerätehaus der Feuerwehr oder Gaststätten in Betracht gezogen worden. "Dort hätten wir dann aber nur ein paar Girlanden aufhängen können. Das wäre nicht die Art von Ball gewesen, wie wir ihn uns wünschen", erklärt Reichelt.

Die Absage des Feuerwehrballs ist nicht die einzige schlechte Nachricht für die ohnehin nicht verwöhnten Dachauer Narren. Auch der beliebte Weiberfasching wurde abgesagt. Aus Kostengründen. Durch die begrenzten Bestuhlungsmöglichkeiten im Stockmann-Saal des Thomas-Hauses reicht der Kartenverkauf nicht aus, um den Ball ohne Verluste zu organisieren. Einnahmen aus dem Verkauf von Essen und Getränken gehen an den Pächter und kommen deshalb nicht den "Weibern" zugute. Auch ein Faschingsumzug führte schon seit zwei Jahren nicht mehr durch Dachau. Es fehlt an ehrenamtlichen Helfern. "Früher war Fasching etwas Besonders. Heute gibt es viele andere Gelegenheiten, um kostümiert zu feiern: von Motto-Partys bis Halloween", sagt Tobias Schneider vom Dachauer Kulturamt. Außerdem gelten hohe Sicherheitsauflagen für einen Umzug. "Die Wagen müssen vorher begutachtet werden. Auch während des Umzugs braucht es eine Menge Sicherheitskräfte, die die Veranstaltung begleiten und das Glasverbot durchsetzen", erklärt Schneider. Saufgelage und Prügeleien hatten zudem Probleme bei früheren Umzügen bereitet. Immerhin wird es Anfang Februar wieder ein Faschingstreiben auf dem Rathausplatz geben, bei dem bis zu 4000 Besucher erwartet werden. Bis zur Saison 2017 soll auch der Brandschutz für den Feuerwehrball wieder gewährleistet sein. Ein Hoffnungsschimmer für die Fans der fünften Jahreszeit.

© SZ vom 21.11.2015
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