Bildung in Röhrmoos:Absage an sozialen Zweig

Gymnasium bleibt bei Sprachen und Naturwissenschaften

Dieter Kugler, CSU-Kreisrat und Röhrmooser Bürgermeister, hatte in einer Schulausschusssitzung im Frühjahr dieses Jahre angeregt, prüfen zu lassen, ob am geplanten Gymnasium in seiner Gemeinde nicht ein sozialwissenschaftlicher Zweig denkbar wäre. Sein Argument damals: Einen solchen gebe es im Landkreis bislang noch nicht, aufgrund der zahlreichen sozialen Einrichtungen wie etwa dem Franziskuswerk Schönbrunn sei dies aber durchaus sinnvoll. Auch Marese Hoffmann (Grüne) hatte sich damals dafür ausgesprochen. In der jüngsten Schul- und Kreisausschusssitzung ließ Albert Herbst, Sachgebietsleiter Kreisschulen und ÖPNV, diesen Traum nun platzen: Die Ministerialbeauftragte für Gymnasien in Oberbayern-West halte die Einrichtung einer dritten - sozialwissenschaftlichen - Ausbildungsrichtung "aufgrund niedriger Schülerströme in Röhrmoos prinzipiell für nicht ratsam".

Das fünfte Landkreisgymnasium das zum Schuljahr 2025/26 fertig sein soll, wird also vorerst nur folgende zwei Ausbildungsrichtungen anbieten: einen naturwissenschaftlich-technologische sowie einen sprachlichen Zweig. Allerdings, auch das betonte Herbst, müsse diese Entscheidung nicht von Dauer sein. Vielmehr könne man zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Schule erst einmal etabliert sei, eine dritte Ausbildungsrichtung "noch nachschieben".

Kugler, der den Vorschlag, auf Kreisebene eingebracht hatte, äußerte sich nicht zu dieser Entscheidung. Hoffmann jedoch sagte, sie akzeptiere diese Entscheidung zwar, bedauere sie jedoch sehr. Denn gerade durch die Pandemie habe man einmal mehr gesehen, dass der Bedarf an sozial arbeitenden Menschen groß sei. Wenn man dies nicht schon früh fördere, könne man nicht erwarten, dass sich etwas zum Besseren verändere. Sie finde es daher schade, dass man baulich für die Zukunft plane, aber nicht in dieser Hinsicht. Landrat Stefan Löwl (CSU) erklärte daraufhin, dass es zum einen deutlich leichter sei, bei den Ausbildungsrichtungen nachzujustieren, als am Gebäude. Zum anderen sei für den Lehrplan das Ministerium zuständig, der Landkreis sei lediglich Sachaufwandsträger.

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