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Beschluss:Zertifikat in Rekordzeit

Haimhausen möchte bald Fairtradegemeinde werden

Schon in wenigen Monaten könnte sich Haimhausen das Label "Fairtrade-Town" an das kommunale Revers heften. Davon zumindest ist Sabrina Spallek (Grüne) überzeugt. Die Umweltreferentin und Dritte Bürgermeisterin hatte die Idee einer Fairtrade-Bewerbung erstmals Ende Januar im Gemeinderat vorgebracht und dabei offene Türen bei Bürgermeister Peter Felbermeier (CSU) sowie allen Fraktionen eingelaufen. "Wir haben sozusagen einen Heimvorteil, der uns von vielen anderen Kommunen abhebt: das Fair Handelshaus in Amperpettenbach."

Ein durchaus relevanter Faktor, wie Spallek klar machte, als sie die fünf Kriterienbereiche aufzählte, in denen eine Kommune Punkte sammeln muss, um von der Kölner Transfair e.V. im Rahmen eines Zertifizierungsprozesses anerkannt zu werden. So fällte der Gemeinderat schon im Februar den formellen Beschluss, die Zertifizierung anzugehen. Der Gemeinderat wird zwar bei seinen abendlichen Sitzungen auch künftig keinen Kaffee, dafür aber andere faire Getränke anbieten, wie Geschäftsstellenleiter Florian Erath bei der Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung verkündete. Ein derzeit siebenköpfiges Lenkungsgremium hat sich ebenfalls schon konstituiert; es wird von Anne-Kathrin Mechtholdt geleitet, eine Mitarbeiterin des Fair Handelshauses. Zudem sind Geschenkkörbe des Rathauses regelmäßig mit fairen Waren bestückt. Das Lenkungsgremium ist dieser Tage bei den Haimhausener Einzelhändlern, Geschäften und Gastronomen unterwegs, um für die Verwendung fairer Produkte zu werben. Spallek hat schon diverse positive Signale empfangen, etwa von einem Essensstand, einem Friseur-Salon oder auch einem Yoga-Studio.

Mechtholdt wird dann im Nachgang mit den Interessierten die passenden Produkte identifizieren. Die Haimhausener Grund- und Mittelschule sowie die Bavarian International School beschäftigen sich laut Spallek regelmäßig mit fairem und unfairem internationalen Handel, bei der katholischen Gemeinde traf sie ebenfalls auf Interesse. Weitere Organisationen und Vereine würden in nächster Zeit angesprochen, kündigte Spallek an. Bis zum Sommeranfang könnte die Bewerbung erfolgreich abgeschlossen sein, prophezeit die Grüne. Es wäre wohl eine Zertifizierung in Rekordzeit. Bürgermeister Felbermeier zeigte sich auf der Ausschusssitzung beeindruckt von diesem Tempo, mahnte aber auch: "Darauf dürfen wir uns nicht ausruhen, sondern müssen den Anspruch mit Leben erfüllen."

© SZ vom 29.03.2021 / kram
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