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Bergkirchen:Skiliftbetreiber Heitmeier wartet auf Schnee

Trockentraining bei Frühlingstemperaturen: Ludwig Heitmeier, 16, hat schon mit drei Jahren am Hausberg seines Vaters Skifahren gelernt

(Foto: Toni Heigl)

Dass ein Betrieb am Monte Kienader noch in den Ferien möglich ist, bezweifelt der Landwirt.

Flocken rieseln vom Himmel. Weiß legt sich über Bäume, Büsche und die Erde. Schneemänner säumen die Straßen, mit ihren orangenen Nasen und ihren schwarzen Augen. Kinder jagen sich, während sie drohend die Schneebälle erheben, als hätten sie eine gefährliche Waffe bei sich. Für viele Menschen bedeutet Schneefall, entspannt im Haus zu sitzen und zu beobachten, wie es schneit, oder wild im Garten mit den Kindern zu toben. Aber nicht für Familie Heitmeier. Sobald der Schnee liegen bleibt, beginnt für sie erst die richtige Arbeit: Sie werfen ihre Schneekanone an und öffnen den Skilift.

Doch im Moment geht gar nichts. Die Heitmeiers warten wie so viele andere auch auf den Winter.

Die Weihnachtstage jedenfalls waren für die Familie wegen der milden Wetterlage erholsamer als gewünscht. Jetzt aber bereitet sich der Liftbetreiber auf mögliche Kälte und Schnee vor. Die Technik der Beschneiungsanlage wird umgebaut, die Absperrung nachgebessert. Dass der Skibetrieb allerdings noch in den Ferien starten kann, bezweifelt Heitmeier. "Dazu bräuchten wir erst einmal eine konstante Winterlage mit Dauerforst."

Liftbetrieb seit 25 Jahren

Zwischen Günding und Bergkirchen liegt der Monte Kienader. Ein kleiner Lift bringt im Idealfall Ski-, Snowboard- und Schlittenfahrer den Hügel hinauf. Hier lernen seit 1971 die Dachauer das Skifahren. Dies verdanken sie den Heitmeiers, besonders Franz Heitmeier, denn er leitet den Liftbetrieb nun schon seit 25 Jahren.

Um den Lift in Betrieb nehmen zu können, muss die Familie Heitmeier erst einmal ihre Landwirtschaft zweckentfremden. Im Sommer grasen auf der Weide die Rinder. Auf den Ackerflächen wächst Mais und Hafer. Und sobald es kalt wird, bauen sie den mobilen Lift auf. "Da muss jeder mithelfen", sagt Heitmeier. Er ist hauptberuflich Landwirt und Fachmann für Bewässerungstechnik. "Wenn man normal berufstätig ist, kann man einen Lift gar nicht betreiben", sagt er. Flexibilität sei das wichtigste. Denn wenn der Schnee mal fällt, muss er den Lift auch betreiben. "Das verträgt sich gut mit dem Beruf eines Landwirts. Im Winter hat man da sowieso nicht so viel zu tun."

Eher was für Kinder als für Alpinskisportler

Aber nicht nur er muss flexibel reagieren können. In den Wintermonaten ist die ganze Familie gefragt. "Der Lift kann ja nicht von einer Person betrieben werden." Doch alle haben Spaß daran, so Heitmeier. Wie die meisten Dachauer hat auch seine Familie hier Skifahren gelernt und verbindet mit dem Monte Kienader schöne Erlebnisse. "Es ist ja auch für Kinder und Familien gedacht." Der Monte Kienader bietet für erfahrene Skiläufer kaum Herausforderungen. Auch Heitmeier ist der Überzeugung, dass der Hügel eher für Kinder geeignet ist, die Ski fahren erst lernen müssen. "Aber das ist ja das Schöne daran."

Viele Dachauer kommen deswegen auch gerne zu den Heitmeiers. In den drei bis fünf Wochen im Jahr, in denen der Lift normalerweise geöffnet hat, ist auch viel Betrieb. Finanziell davon abhängig machen will sich Franz Heitmeier trotzdem nicht. "Wir hatten auch Jahre, da lag kein Schnee." So wie jetzt. Der Liftbetrieb ist für die Familie höchstens ein Zuverdienst, ohne Idealismus, so Heitmeier, könnten sie ihn nicht betreiben. Aufgeben kommt aber nicht in Frage, egal was am Ende dabei herausspringt.