Beerdigung im Waldfriedhof Trauer um Wolfgang Gerstner

Glasermeister aus Leidenschaft, Kommunalpolitiker und Fußballfunktionär: Wolfgang Gerstner engagierte sich in jedem Bereich mit Leib und Seele.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Lange hat Wolfgang Gerstner mit seiner schweren Krankheit gekämpft, ehe der frühere ÜB-Stadtrat am Dienstag, knapp vier Wochen vor seinem 79. Geburtstag, gestorben ist. Wolfgang Gerstner, geboren am 20. August 1939 in Reichenberg im Sudetenland, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kind mit seiner Familie aus der Tschechoslowakei vertrieben und kam über mehrere Stationen schließlich nach Günding. Nach der Schule absolvierte Gerstner bei der Firma Bruckmann in München eine Lehre zum Buchdrucker. Dort war er bis 1964 beschäftigt, bevor er nach seiner Heirat im selben Jahr zum Glaser umschulte und anschließend die Meisterprüfung ablegte. Er übernahm den 1911 von Syrius Eberle, dem Onkel seiner Frau Edith, gegründeten Glaserei-Familienbetrieb in der Dachauer Altstadt, den heute sein Sohn Markus weiterführt. Wie sehr er sich diesem Beruf verbunden fühlte, zeigt unter anderem die Tatsache, dass er sich mehr als 20 Jahre lang im Innungsvorstand Oberbayern des Glaserhandwerks und als Mitglied des Gesellen- und Meisterprüfungsausschusses engagierte. Zudem unterrichtete er zehn Jahre lang an der Fachschule für Bautechnik in München.

Trotz des großen beruflichen Engagements fand er noch Zeit, sich auch in anderen Bereichen mit Leib und Seele einzubringen. So war er 20 Jahre lang Mitglied im Vorstand der Fußballabteilung des ASV Dachau, davon zehn Jahre an dessen Spitze. Auch in der Kommunalpolitik betätigte sich Gerstner: Von 1990 bis 2008 saß er für die Überparteiliche Bürgergemeinschaft, der er 1989 beigetreten war, im Stadtrat. Im Ruhestand blieb Gerstner aktiv, solange es seine Gesundheit zuließ: Er fuhr Ski, Rad und liebte die Gartenarbeit. Der Trauergottesdienst findet am Mittwoch, 1. August, um elf Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob statt, anschließend ist die Beerdigung im Waldfriedhof