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Auszeichnung in Petershausen:Erste goldene Bürgermedaille

Petershausen ehrt Karl Kühbandner und drei andere für ihr Engagement

Die große Bedeutung des Ehrenamts für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist unbestritten. Auch in Petershausen lebt das Miteinander vom freiwilligen Engagement tatkräftiger Bürger. Für die Gemeinde ist das jetzt Anlass, vier engagierte Persönlichkeiten mit der Bürgermedaille zu ehren. Neben Eckehard Czerny, Johann Rothbauer und Manfred Tobschall wurde auch Karl Kühbandner ausgezeichnet. Kühbandner erhielt sogar die Goldene Bürgermedaille. Es ist das erste Mal, dass die Gemdeinde diese überhaupt verlieh.

Alle vier hätten sich "über alle Vereinsgrenzen und Maßen hinaus für die Belange unserer Gemeinde und der hier lebenden Menschen eingesetzt", sagte Bürgermeister Marcel Fath (FW) anerkennend. Der Rathauschef appellierte, auch die junge Generation für die so wichtigen Ehrenämter zu werben. Denn eine Gemeinde könne nur prosperieren und gedeihen, "wenn Menschen ihr Herzblut und ihre Zeit für die Gemeinschaft unentgeltlich einsetzen."

Karl Kühbandner, erster Träger der Bürgermedaille in Gold, hat sich nicht nur 24 Jahre lang als SPD-Gemeinderat engagiert. Er wirkte, so Laudator Wolfgang Stadler, auch im kulturellen Bereich, begeisterte als Sänger im Gesangsverein und mit Soloauftritten, war lange Dirigent des Chors, gründete und leitete Ensembles vom Gospelchor bis zu den "Voglwuidn". Der Lehrer für Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Ethik ist stets präsent in der politisch-historischen Bildung mit Vorträgen und Beiträgen, etwa zum 50-jährigen Bestehen der Gemeindepartnerschaft von Petershausen mit dem französischen Varennes. Große Anerkennung zollte Stadler dem Geehrten, weil dieser sich auch bei der Begleitung von Flüchtlingen sehr engagiert habe. "Karl kann in Notsituationen einfach nicht wegschauen", sagte Stadler. Als erster Träger der goldenen Bürgermedaille gebe es für Kühbandner nun den Titel: "Carolus aureatus - Karl, der Vergoldete".

Als unermüdlich Engagierter, der gerne im Hintergrund wirkt, wurde Johann Rothbauer geehrt. Egal ob Feuerwehr, Kirche, Schützen oder Sportverein, auf den Rothe, wie er in Kollbach genannt werde, "kann keiner verzichten", sagte Laudator Helmut Steger. Wo eine helfende Hand fehle, "der Rothe ist immer engagiert". Und egal ob Errichtung des Schützenstands, Bau einer Vereinshütte oder Renovierung des Feuerwehrhauses, "der Rothe hat immer die meisten Arbeitsstunden". Beim Fußballverein 1.FC Kollbach ist Rothbauer seit fast 40 Jahren als Platzwart unersetzlich, pflegt ehrenamtlich den gemeindlichen Kinderspielplatz. Alles ohne viel Aufwand, so Steger. "Sein Credo lautet, mit bescheidensten Mitteln das Beste daraus machen."

Wenn die Blasmusik spielt, würde das Fehlen der Tuba sofort auffallen. "Vermutlich ist das der Grund, warum Eckehard Czerny in 55 Jahren keine Ausfallzeiten hatte - weder in der Probe, noch bei Auftritten in der Region oder am anderen Ende der Welt", sagte Laudator Manfred Hildner vom Vorstand der Blaskapelle Petershausen über den engagierten Tubisten. Doch Czerny ist nicht nur leidenschaftlicher Musiker, sondern war im Vorstand aktiv, engagiert sich in der Nachwuchsförderung, kümmert sich um musikalische Reisen der Blaskapelle ins Ausland. "Er lebt für die Musik." Ein Verdienst von Czerny sei auch, dass die Kapelle, in der 40 Musiker aus drei Generationen gemeinsam spielen, "erfolgreich an einen jungen Vorstand übergeben wurde".

Für seinen Einsatz in der notfallmedizinischen Versorgung der Petershausener wurde Manfred Tobschall geehrt, der persönlich bei der Verleihung nicht anwesend sein konnte. Weil Bürger lange warten mussten, bis der Notarzt eintrifft, entwickelte Manfred Tobschall die Idee eines ehrenamtlichen Teams der Helfer vor Ort. "Damals noch ein Novum in Bayern", sagte Laudator Stefan Strehlow. Mit der Initialzündung war es nicht getan, Tobschall musste sich um die Finanzierung von Fahrzeugen kümmern und Phasen überbrücken, in denen Mitstreiter fehlten. Am härtesten waren drei Jahre, in denen er mit einem Kollegen allein den Dienst der Helfer vor Ort aufrecht erhalten hat. "2 500 Stunden Bereitschaft im Jahr - ein immenser Kraftakt."