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Antrag im Stadtrat:Unbekannte Kunstschätze

Bündnis für Dachau regt Ausstellungen an

Welche Schätze lagern eigentlich in den Depots der Dachauer Museen? Das hätte das Bündnis gern gewusst und es möchte vor allem, dass die Öffentlichkeit davon erfährt, für was die Stadt so ihr Geld ausgibt. In einem Stadtratsantrag formuliert sie ihren Wunsch nach einer jährlichen Ausstellung. Demnach sollen Kunstwerke, welche die Stadt seit 1996 angekauft hat, nach und nach in der Neuen Galerie ausgestellt werden. Nach Meinung des Bündnisses könnten immer zwei bis drei Jahrgänge zusammen gefasst werden. Trotzdem soll nicht alles wild nebeneinander gehängt und gestellt werden, sondern die Ausstellungen sollten kuratiert werden und zwar jeweils von einem Dachauer Künstler, so der Vorschlag.

Bürgermeister Kai Kühnel verbindet mit diesem Vorschlag auch den Gedanken, Dachau als Künstler- und Kulturstadt zu stärken. Mit geringem Aufwand, sagt Kühnel, könne die Stadt sichtbar machen, wie stark sie sich im Bereich Kunst engagiert. "Einige Künstler haben vielleicht schon vergessen, dass einmal ein Werk von ihnen angekauft wurde", scherzt Kühnel. Die Ausstellungen seien also für alle nützlich. Die Dachauer Bürger hätten diese Werke letztendlich bezahlt und sollten daher Zugang zu ihnen bekommen. Das Bündnis stellt den Antrag unter das Schlagwort "Kulturhauptstadt". Ganz so weit wird es Dachau vielleicht nicht gleich bringen, doch Kühnel möchte verdeutlichen, dass die Dachauer Arbeit aus seiner Sicht landkreisweit vorbildlich sei. Schließlich würden auch Künstler, die nicht in der Stadt, sondern im Landkreis wohnten, ihre Werke am liebsten der Stadt verkaufen. "An ihre Gemeinden wenden sich diese Künstler nicht", unterstellt Kühnel. Der zwar einerseits die Große Kreisstadt in ihrem Kunstprofil schärfen möchte, andererseits aber auch die Landkreisgemeinden in der Pflicht sieht. "Es fehlt mir da an Solidarität."